Sorge um meinen Mann

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Lilly1991
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Sorge um meinen Mann

Beitragvon Lilly1991 » 09.10.2020 10:32

Guten Tag ihr alle,
Ich war vor einigen Jahren hier zu Gast weil ich selbst dachte an mh erkrankt zu sein. Am Ende stellte sich aber eine idiopathische Trachealstenose hinaus und ich bin bis heute in Behandlung. Es geht mir aber gut.

Ihr habt mir damals so gut geholfen, da dachte ich, wende ich mich in meiner Verzweiflung wieder an euch.

Dieses Mal geht es aber um meinen Mann. Angefangen hat alles vor etlichen Monaten und einem räuspern. Mittlerweile ist das räuspern so schlimm, dass seit ca 9-10 Wochen auch noch Atemnot hinzukommt die immer schlimmer wird. Ebenfalls hat mein Mann nun seit einigen Wochen schlimmen Nachtschweiß. Aber nachts keinen Husten, kein räuspern.

Abends ist das räuspern, der Husten und die Atemnot so schlimm, dass es einem ehrlich Angst und bange wird. Mein Mann ist sportlich, fit und aktiv und gibt nun an nach drei Stockwerken zur Arbeit völlig aus der Puste zu sein. Noch im Juni joggte er problemlos weit über 10km in einer Stunde!

Lymphknotenschwellung hat er wohl nicht, sagt er. Aber der Husten, der Nachtschweiß und sein immer zu schlechter werdendes aussehen machen mir so Angst. Er ist 31 Jahre alt. Passt also auch für MH. Er hatte nie eine Erkältung, dachte einfach immer nur er würde eine bekommen, die kam aber nie.

Heute Morgen sind wir endlich zum Hausarzt. Der das ganze auch sehr ernst nimmt. Beim abhören der Lunge hörte er wohl auch deutliche Veränderung? Kann man das durch ein Lymphom zb hören? Er wurde jetzt gerade zum Röntgen geschickt und auch Blut wurde abgenommen. Montag sollen wir wieder kommen. Wie ich die Tage bis dahin überstehen soll? Es ist ja dauerhaft präsent. Er japst so sehr nach Luft. Es macht mich fertig :(

Wenn nun im Röntgen etwas rauskäme, würde man ihn nicht gleich informieren?
Der Arzt sagt er tippt auf einen verschleppten Infekt? Aber er hatte ja gar nie einen gehabt.

So gerade informierte man mich: Aussage der Dame die das Bild gemacht hat: sie haben ja eine Riesen Lunge, ich hoffe damit ist alles in Ordnung! Was heißt das nun? Ich habe so sorge!

Lilly1991
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Re: Sorge um meinen Mann

Beitragvon Lilly1991 » 09.10.2020 13:25

Also der Befund des Röntgen Thorax war unauffällig. Alles wie es sein soll. Montag erhalten wir die Blutwerte. Denkt ihr wir können mh ausschließen?

Lilly1991
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Re: Sorge um meinen Mann

Beitragvon Lilly1991 » 09.10.2020 17:21

Kann denn keiner etwas sagen?

Malz3
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Re: Sorge um meinen Mann

Beitragvon Malz3 » 09.10.2020 23:19

Hallo,
Ich kann dazu nur sagen, dass in meinem Röntgen Thorax damals klar vergrößerte Lymphknoten zu erkennen waren, die sich in die Lunge gefressen haben. Diese haben bei mir den Husten verursacht.
Die von dir geschilderten Syptome treffen auf einen Haufen von Krankheiten zu.
Ich frage mich warum du dir so sicher bist, dass es kein verschleppter Infekt sein kann. Du sagst ja selber, dass dein Mann immer wieder das Gefühl hatte bald krank zu werden. Wenn man sich nicht ausreichend erholt kann auch eine leichte Erkältung mit nur etwas Husten und kurzatmigkeit Ewigkeiten anhalten. Ich würde auf jeden Fall erstmal nicht von MH ausgehen, weil es wie gesagt einen Haufen, mehr oder weniger, harmloser Krankheiten gibt, die auf diese Symptome zutreffen. MH hingegen ist eine eher seltene Erkrankung.
Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen und dir deine Angst etwas nehmen. LG
Juni 2019: Diagnose MH Stadium 2B + erhöhte BSG
Juli-November: 2019 2xABVD + 2xBEACOPPesk + 30Gy IS (Beginn mit ABVD wegen pulmonalem Infekt)
Januar 2020: PET-CT Vollremission
Februar 2020: Reha in Tannheim

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Heronimo
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Re: Sorge um meinen Mann

Beitragvon Heronimo » 10.10.2020 10:15

Hallo Lilly,
also ich hatte ähnliche Symptome (Husten, aber nicht kontinuierlich und stark röchelnd, Müdigkeit und Nachtschweiss). Am Ende kamen sogar Schluckbeschwerden und ein sehr schnell wachsender LK am Schlüsselbein dazu.
Ein paar Wochen vor der finalen Diagnose wurde ich ebenfalls ohne Befund geröntgt.
Irgendwas musste ja aber auf die Luftröhre drücken ... (Ich hatte da schon einen rieseigen von einem LK eingeschlossenen rechten Schilddrüsenlappen und hab auch nix davon gemerkt oder gesehen)
Ihr könnt ja auch mal versuchen den Hals selbst abzutasten und nach gösseren ovalen, nicht verschiebbaren LK suchen, aber ich persönlich bin da nicht so firm mit.
Ich würde meinen das schnellstens ein CT oder MRT gemacht werden müsste oder zumindest ein Ultraschall im Halsbereich.
Die Blutwerte sind sicher wichtig aber die Absicherung der Diagnose würde dann i.d.R. über eine LK Entnahme und Laboruntersuchung erfolgen.
Übrigens hat er auch verstärketen Juckreiz ?
Bezüglich Abwarten ... da geht es mir aktuell genauso ... meine Ex hat meinen 12jährigen Sohn gestern zwecks Umgang zu mir geschickt und 3h später ruft das Gesundheitsamt an und er muss wegen nem positiv getesteten Klassenkameraden bei mir 2 Wochen in Quarantäne. Super.

Gruss,
Henry
Diagnose Juni 2018: Verdacht auf anapl. SD-Karzinom mit OP (SD+Lymphom re, LK li entfernt),
nach Histo MH IIa ohne RF, nodulär sklerosierend
Juli-Sep 2018: 2 mal ABVD
Sep 2018: Kontroll MRT Hals und CT Thorax mit CR :D
Okt 2018: Bestrahlung 20 gy
Nov/Dez 2018: 3 Wochen AHB in Graal-Müritz
Fortlaufend Logopädie wegen rechtsseitiger Recurrenzparese als OP-Folge
Nachsorgen bisher alle ok :daumen:

Lilly1991
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Re: Sorge um meinen Mann

Beitragvon Lilly1991 » 10.10.2020 10:38

Mein Mann hat keinen Husten, es ist ein dauerhaftes räuspern und das Gefühl es kommt keine Luft mehr durch. Es ist wirklich so komisch. Er zieht die Nase hoch, räuspert sich und kratzt dann im Hals ... manchmal hüstelt er dann. Es macht mich wahnsinnig. Seit zwei Wochen dauerhaft. Es wird immer schlimmer, mittlerweile geht das minütlich so. Außer nachts! Nachts atmet er ganz ruhig und frei.

Ich weiß einfach nicht weiter und ich habe wirklich Angst.

Habt ihr sonst noch ne Idee? Und würde denn dieses räuspern auch zu mh passen? Vllt drückt ja ein Lymphknoten auf die luftröhre - aber müsste man den dann nicht auch Tasten können?

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barbatra
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Re: Sorge um meinen Mann

Beitragvon barbatra » 10.10.2020 18:24

Hallo Lilly,

Geht doch auch zum HNO-Arzt und lasst eine Kehlkopf-Spiegelung machen. So wie du es beschreibst, kann das Räuspern auch direkt an den Stimmlippen / im Kehlkopf seine Ursache haben; hat dein Mann auch Veränderungen der Stimnme - Heiserkeit, oder eine rauhere Stimme? das würde dann sehr dafür sprechen. Da können alle möglichen Ursachen dahinter stecken (auch eine harmlose Zyste oder Schleimhaut-Wucherung an den Stimmlippen). Wenn der Kehlkopf eng wird, ist klarerweise auch die Atmung betroffen.

Und Räuspern kann sich absolut verselbständigen und zum Teufelskreis werden (so wie z.B. auch das Kratzen bei einem Ausschlag) - die Stimmlippen sind durch irgend etwas irritiert, man räuspert sich; dadurch werden die Stimmlippen (die in Ruhe etwa in Form eines V zueinander stehen) aber ziemlich heftig + plötzlich gegeneinander geschlagen - das irritiert die Schleimhaut weiter, man will dieses Gefühl loswerden und räuspert sich oder hustet ... usw. Achtung: das ist jetzt kein "selber schuld"! das ursprüngliche Räuspern wäre ja wsl sinnvoll gewesen ... aber dieser Kreislauf muss unterbrochen werden. Kehlkopf feucht halten (oft kleine Schlucke trinken), trockene Luft vermeiden, diverse Halspastillen wie Isla oder GeloRevoice ... könnten etwas lindern.

Aber ja, gut, dass ihr nachschaut und alles abklären lasst. Und super, dass es dir selbst gut geht!
@ Henry: nu, dann gute Nerven für die kommenden Tage mit dem Filius!

liebe Grüße Barbara
Hodgkin Mischtyp Stadium IIIB; Diagnose September 2018
Diabetes II schon seit > 10 J

6x BEACOPP eskaliert, davon:
Zyklus 1 "volle Eskalation"
Zyklus 2-4 Stufe 3
Zyklus 5 Stufe 2
Zyklus 6 Stufe 1

PET-CT Ende November 2018: mCR - große Erleichterung
PET-CT Ende Februar 2019: alles weg!
Reha März/April 2019 in St.Veit/Pongau
Reha März 2020 wegen Corona abgebrochen

NU 2-5 inkl LuRö, Sono: alles ok
letzte Diabetes-Kontrolle Mai 2020: gut eingestellt

Lilly1991
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Re: Sorge um meinen Mann

Beitragvon Lilly1991 » 10.10.2020 19:43

Ehrlich gesagt ist das ganz interessant was du sagst, daran hab ich auch schon gedacht. Das räuspern wurde halt zunehmend schlimmer - um so mehr er sich räuspert. Mittlerweile eigentlich dauerhaft.

Wie aussagekräftig ist denn so ein Röntgen? Ich denke einen Tumor wäre doch erkennbar? Bzw wenigstens ein Verdacht darauf?

Komisch ist doch auch, dass er nachts komplett ruhig und frei atmet?!

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barbatra
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Re: Sorge um meinen Mann

Beitragvon barbatra » 10.10.2020 20:28

Hallo Lilly,
nochmals die Frage: ist die Stimme deines Mannes auch verändert?
Beim Röntgen kommt es darauf an, wie weit "hinauf" so ein Brustkorb-Röntgen geht ... bin mir nicht sicher, ob der Kehlkopf da noch drauf ist. Müsst man das Bild selbst sehen ... aber ich denke, der HNO-Arzt ist auf jeden Fall fällig bei euch. Ich kann dir auch nicht sagen, ob man eine Veränderung im Kehlkopf beim Lungen-Abhorchen hört; könnte es mir aber schon vorstellen, weil ja der Luftfluss verändert ist.
Ach ja, noch ein Ratschlag: für die Kehlkopf-Schleimhaut ist es besser, wenn dein Mann auf sehr Heißes, sehr Kaltes, Scharfes und vor allem (höherprozentigen) Alkohol verzichtet ...
Wie ist denn seine Atmung, wenn er tagsüber ruhig sitzt - einmal abgesehen vom Räuspern?
Alles Gute!
Hodgkin Mischtyp Stadium IIIB; Diagnose September 2018
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Re: Sorge um meinen Mann

Beitragvon Lilly1991 » 10.10.2020 20:32

Erst einmal danke für die lieben Antworten!

Also deine Atmung ist mittlerweile eher schwer, auch in Ruhe - er zieht immer tief nach Luft weil er das Gefühl hat von oben kommt nichts durch. Er kann schon deutlich sagen dass es nicht von der Lunge kommt. Zumindest fühlt es sich so an.

Der Hausarzt hat ihn ja zum hno überwiesen, auf dem Schein steht: mitbehandlung va chronische Laryngitis. Das würde an sich ja passen aber er ist eben nicht heißer! Seine Stimme ist wie immer.

Neu ist wie gesagt die Atemnot die er verspürt ...

Es ist einfach zum verrückt werden!


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