Angst - Befund - Schwangerschaft - noch keine Diagnose

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paloma
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Angst - Befund - Schwangerschaft - noch keine Diagnose

Beitragvon paloma » 13.09.2021 20:06

Guten Abend.

Es ist mehr sehr unangenehm hier zu schreiben. Weil ich noch keine Diagnose habe, aber ich weis gerade nicht wohin mit mir, und ich habe leider auch niemanden zum reden aktuell. Ich habe heute meinen Befund per Post erhalten, und bin noch verunsicherter als sowieso. Den Arzt erreiche ich leider nicht, aufgrund von Betriebsferien!

Ich habe im Mai 2021 vergrößerte Lymphknoten bei mir in der Leiste festgestellt. Wobei ich mir sicher bin das einer dieser Lymknoten schon einige Jahre vergrößert ist. Da ich 2019/2020 mit auffälligen Zellen am Gebärmutterhals zu kämpfen hatte, und damals auch nicht im guten Operiert wurde aber nochmals richtig Glück hatte, bin ich seither ein sehr unsicherer und ängstlicher Mensch geworden. So bin ich mit meinen Lymknoten zum Hausarzt! Dieser sagte gleich, die Lymphknoten sind viel zu groß und auffällig. Und schickte ein Konsil an seinen befreundeten Onkologen. Ohne das dieser mich je gesehen oder untersucht hat, (er bekam ein Ultraschall Foto) bestand dieser darauf der Lymknoten muss raus.

So bekam ich eine Überweisung zum Chirurgen! Dieser machte ein Ultraschall. Stellte auch fest das drei Lymphknoten vergrößert sind. Aber empfand es weniger schlimm, und sagte die müssen nicht entnommen werden. Ich sollte aber ein Differenzial Blutbild machen lassen, einen Test auf Geschlechtskrankheiten, und mich einem Radiologen noch vorstellen.

Das Differenzial Blutbild war unauffällig, ebenso keine Geschlechtskrankheiten.

Aber zur sprache kam eine Hauterkrankung, ich bekam nach meiner Gebärmutterhals Operation einige Wochen später einen Ausschlag an der linken Hand, und am rechten Fuß. Die Läsionen waren ca von Februar 2020 bis März 2021 vorhanden, danach klangen diese ab. Bzw. nur noch an der Hand taucht es ab und an auf. Die Uni Klinik meinte im Februar 2020 das es nach einer Psorias Pustulosa ausschaut. Und ich bekam Cortison. Was nicht wirklich geholfen hat. Über mehrere Wochen und Monaten lief ich mit einer offenen Läsionen herum bzw diese war nicht dauerhaft offen, immer mal wieder bis aufs Fleisch und Blut. Entzündete sich auch.

Im Mai 2021 hatte ich einen Verkehrsunfall, ich kam da in die Klinik, ein CT vom Kopf und der HWS wurde gemacht um Blutungen und Brüche auszuschließen, war unauffällig. Ein Röntgen vom Thorax wurde auch gemacht da wurden Verletzungen am ACC Gelenk festgestellt, aber sonst nichts. Auch Blutbilder waren unauffällig. Auch ein Ultraschall wurde gemacht um innere Verletzungen auszuschließen, von der Milz, Leber, Niere, Darm, Magen. Soweit alles unauffällig. Auch Gyn. ist bis auf die Schwangerschaft alles unauffällig!
Ich habe keine B Symptomatik, kein Gewichtsverlust nehme trotz starker Übelkeit zu, nur ab und an Sodbrennen was durch Tomatensauce ausgelöst wird. Kein Fieber.

Nun zurück zu den Lymknoten und dem Befund!

Der Radiologe gab folgendes in seinem Brief an :

Sonographie/Sonografie femoro inguinale Lymknotenstationen beidseitig (12MHz, CHI, Power Mode):

Schwangerschaft 13ssw, seit einigen Jahren tastbarer Lymknoten rechts inguinal. Jetzt vermehrt palpable Lymknoten inguinal rechts, zeitweise auch schmerzhaft. Im letzten Jahr persistierende offene Hautläsionen bei Psoriasis des Fußes rechts, links Veränderung vom Fußnagel. Rezidivierende Verletzungen inguinal beidseitig beim rasieren. Keine B Symptomatik. Blutbild unauffällig. Bei Aromensonografie keine pathologischen Milzbefund.

Einzelne prominente fermo inguinale Lymknoten rechts :

28,2 x 8,2 x 10,8mm entsprechend einem Solbiati Index von 2,6 (Normalwerte); maximale Breite des lymphatischen Parenchymsaums 3,1mm

21,1 x 4,9mm, Solbiati Index 4,3 (Normalwerte).

18,3 x 6,2mm, Solbiati Index 3,0 (Normalwerte).

Die Lymphknoten weisen eine regelrechte Architektur auf mit mäßig echoarmen lymphatischen Parenchymsäumen und regulären hilären Strukturen. Lobulierte Formen (Normalbefunde). Im Power Mode ausgeprägte Hyperperfusion bei regelrechter Gefäßarchitektur.

Links kleinere Lymknoten, ebenfalls lobuliert, mit unauffälliger lymphatischen Parenchymsäumen und regulären hilären Strukturen, im Power Mode reguläre sehr spärliche Gefäßsignale.

Beurteilung:

Sonografisches Bild reaktiver Lymphknoten rechts femoro inguinal mit typischer Hyperperfusion mit regulärer Gefäßarchitektur, passend zur Anamnese (persistierende cutante offene Stellen im bereich der Psoriasis rechts sowie der (passageren) Schmerzhaftigkeit.

Und jetzt kommt der Satz wo mir Angst bereitet:

Zwar gibt es prinzipiell vom sonografischen Aspekt Schnittmengen, zu malignen Lymphomen, dagegen sprechen aber die klinischen Angaben und die unauffällige Serologie.

Nun rattert es natürlich in meinem Kopf. Und mein Hausarzt macht es auch nicht besser, im Gegenteil. Er schürt meine Angst enorm, in dem er sagt, das spricht alles für nichts gutes, für etwas wo langsam wachsen würde, die Lymphknoten sind nämlich nicht kleiner geworden. Und er sagt mit der bestehenden Schwangerschaft ist das alles nicht wunderbar. Ich sollte überlegen ob ich überhaupt das Kind bekomme.

Ich weiß nicht was ich tun soll. Mir ist klar das nur eine Histologie alles bestätigen oder ausschließen kann, der Radiologe (ich vertraue ihm, er ist Vorsitzender Präsident gewesen für Lymknoten, und schrieb auch Bücher), sagte mir im Gespräch er gehe von reaktiven aus, eine Biopsie würde er nicht machen, in drei Monaten kontrolle!

Allerdings sagte er nichts davon das es prinzipiell im Schnittbild doch auch andere Hinweise gibt!

Nun frag ich mich was ich machen soll.

Wenn ich im November komme zum Termin und die Lymphknoten immer noch so groß sind, was tut man dann ? Ich habe angst wertvolle Zeit zu verlieren! Und der Hausarzt sagt ich sollte darüber nachdenken die Schwangerschaft zu beenden.

Ich habe jetzt die Aussage vom Hausarzt der vom schlimmsten ausgeht, dem Chirurgen der überhaupt nichts unternehmen würde (er hat auch ein Ultraschall gemacht, dessen Kollege auch, beide empfinden es als nicht drastisch) plus die Aussage vom Radiologen.

Gehe ich zu einem weiteren Arzt habe ich wohl noch eine Aussage, diese mich noch mehr verängstigt.

Tut mir leid wenn ich euch belästigen tue.

Mondfrau75
Beiträge: 209
Registriert: 30.03.2016 10:49

Re: Angst - Befund - Schwangerschaft - noch keine Diagnose

Beitragvon Mondfrau75 » 20.09.2021 12:53

Ich würde dem Radiologen vertrauen.

1. hab ich was gelesen, dass die Lymphknoten gelegentlich schmerzen, das ist ungewöhnlich für Hodgkin.
2. wurdest du im Frühjahr komplett durchgecheckt.
3. Da steht was von kleinen wiederkehrenden Verletzungen durchs Rasieren. Ich bekomme vom Rasieren unter den Achseln regelmäßig Pickel und auf diese Pickel reagieren meine Lymphknoten richtig dolle. Desweiteren habe ich nen Lymphknoten unter dem rechten Unterkiefer. Das ist wohl so ne Art Wächter. Der flippt bei der kleinsten Kleinigkeit aus. Pickelchen, kleine Erkältung,... dann spür ich den sofort. Und weil ich wegen einer anderen Geschichte regelmäßig Sono von Hals und Kiefer bekomme hat meine Ärztin diesen Lymphknoten schon in allen möglichen Größen gesehen, aber immer von der Struktur her total unauffällig. Er tut was er soll, auf den Körper aufpassen.
4. Hab ich irgendwann mal gelernt, eine Schwangerschaft ist ein Fremdkörper für den Körper. Das Immunsystem wird durch die Hormone nur irgendwie unterdrückt, ansonsten würde der Körper sich über diesen "Fremdkörper" in einem sich tüchtig wehren. Sind die Lymphknoten vielleicht erst mit der Schwangerschaft aufgetaucht? Dein Körper leistet da Unglaubliches.

Das Dein Hausarzt zu nem Schwangerschaftsabbruch rät, finde ich krass. Selbst wenn es irgendetwas in die Richtung Lymphom sein sollte, dann gibt es auch da Möglichkeiten

MfG
Cati
Juni 2015 Morbus Hodgkin III-IV b (leichter Nachtschweiß/Gewichtsverlust), unklarer Milzbefall,
1xBEACOPP esk.
1xBEACOPP Stufe 3
4xBEACOPP Basis
6. Okt. 15 letzte Chemo
16. Okt. 15 PET-CT -->leichtes Leuchten des Skeletts und der Milz, laut Nuklearmediziner PET zu früh gemacht das Leuchten kommt vom Lonquex - Komplett-Remission/keine Bestrahlung notwendig
Anfang Nov. 2015 Zweitmeinung, Schmerzen in der Milzgegend, ebenfalls -->alles gut, Ultrasschall --> alles gut
Jan.16 - REHA Bad Elster
bisher alle NU gut, jetzt nur noch jährlich

Elisabeth
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Re: Angst - Befund - Schwangerschaft - noch keine Diagnose

Beitragvon Elisabeth » 22.09.2021 13:40

Also nach dem was in dem Befund steht, hätte ich jetzt noch nicht die absolute Panik. Ich würde das beobachten. Alle vier Wochen Ultraschall um zu sehen, ob was wächst, und halt auch das Blut weiterhin untersuchen. Den Hinweis auf einen Schwangerschaftsabbruch finde ich auch merkwürdig. Ich hatte übrigens vor 28 Jahren MH während der Schwangerschaft bekommen und dann wurde erst gewartet bis das Kind da ist (wurde etwas früher geholt), und dann begann die Therapie. Normalerweise kann man ab dem dritten Monat Chemo bekommen, ohne dass für das Kind ein Schaden entsteht. Also, selbst wenn wirklich was wäre, dann wird sich ein Weg finden. Ich drücke mal alle Daumen, dass es nix ist. :nono:
1993 MH 2A (7. Schwangerschaftsmonat), Bestrahlung (50gy) und Splenektomie
11/2003 Rezidiv 2A, 3X ABVD, HD Cyclophosphamid, vorsorgliche Stammzellsammlung, 2X BEACOPP, Bestrahlung
12/2004-2005 mehrmals Verdacht auf Frührezidiv nach PET
08/2015 alles ok
http://forum.hodgkin-info.de/viewtopic.php?t=778

paloma
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Re: Angst - Befund - Schwangerschaft - noch keine Diagnose

Beitragvon paloma » 25.09.2021 19:15

Mondfrau75 hat geschrieben:Ich würde dem Radiologen vertrauen.

1. hab ich was gelesen, dass die Lymphknoten gelegentlich schmerzen, das ist ungewöhnlich für Hodgkin.
2. wurdest du im Frühjahr komplett durchgecheckt.
3. Da steht was von kleinen wiederkehrenden Verletzungen durchs Rasieren. Ich bekomme vom Rasieren unter den Achseln regelmäßig Pickel und auf diese Pickel reagieren meine Lymphknoten richtig dolle. Desweiteren habe ich nen Lymphknoten unter dem rechten Unterkiefer. Das ist wohl so ne Art Wächter. Der flippt bei der kleinsten Kleinigkeit aus. Pickelchen, kleine Erkältung,... dann spür ich den sofort. Und weil ich wegen einer anderen Geschichte regelmäßig Sono von Hals und Kiefer bekomme hat meine Ärztin diesen Lymphknoten schon in allen möglichen Größen gesehen, aber immer von der Struktur her total unauffällig. Er tut was er soll, auf den Körper aufpassen.
4. Hab ich irgendwann mal gelernt, eine Schwangerschaft ist ein Fremdkörper für den Körper. Das Immunsystem wird durch die Hormone nur irgendwie unterdrückt, ansonsten würde der Körper sich über diesen "Fremdkörper" in einem sich tüchtig wehren. Sind die Lymphknoten vielleicht erst mit der Schwangerschaft aufgetaucht? Dein Körper leistet da Unglaubliches.

Das Dein Hausarzt zu nem Schwangerschaftsabbruch rät, finde ich krass. Selbst wenn es irgendetwas in die Richtung Lymphom sein sollte, dann gibt es auch da Möglichkeiten

MfG
Cati


Vielen dank, für Ihre Nachricht.

Ich bin einfach total neben der Kappe, nach dem ich eben schon nicht im guten Operiert wurde R1, allerdings hatte ich einfach nochmals Glück, wofür ich Gott von Herzen dankbar bin.

Was mich stört, auf der Seite wo die Lymphknoten betroffen sind (Leiste) mein Oberschenkel + Unterschenkel sind auch dicker als die andere Seite. Okay keine Körperseite ist gleich. Habe aber immer wieder Schmerzen im bereich der Lymknoten + Bein + Knie + Oberschenkel. Das sind die einzigen Auffälligkeiten wo ich habe :-( Termin habe ich vorgezogen. Und hab einen Termin bei einer Onkologin bekommen.

Lg

paloma
Beiträge: 4
Registriert: 13.09.2021 19:07

Re: Angst - Befund - Schwangerschaft - noch keine Diagnose

Beitragvon paloma » 25.09.2021 19:17

Elisabeth hat geschrieben:Also nach dem was in dem Befund steht, hätte ich jetzt noch nicht die absolute Panik. Ich würde das beobachten. Alle vier Wochen Ultraschall um zu sehen, ob was wächst, und halt auch das Blut weiterhin untersuchen. Den Hinweis auf einen Schwangerschaftsabbruch finde ich auch merkwürdig. Ich hatte übrigens vor 28 Jahren MH während der Schwangerschaft bekommen und dann wurde erst gewartet bis das Kind da ist (wurde etwas früher geholt), und dann begann die Therapie. Normalerweise kann man ab dem dritten Monat Chemo bekommen, ohne dass für das Kind ein Schaden entsteht. Also, selbst wenn wirklich was wäre, dann wird sich ein Weg finden. Ich drücke mal alle Daumen, dass es nix ist. :nono:


Danke für Ihre Antwort.

Ich versuche momentan es zu vergessen, und auch nicht die ganze Zeit dran rum zu spielen. Weg sind Sie nicht sind noch da. Mein Bein ist auch dicker auf der Seite der Lymphknoten bzw Oberschenkel und Unterschenkel. Und habe im Bereich der Lymphknoten schmerzen bzw im Bein + Oberschenkel und Knie.

Ach alles doof :-( und mit der Schwangerschaft setzt mich enorm unter Druck.

dirrtyend
Beiträge: 229
Registriert: 24.01.2008 19:08

Re: Angst - Befund - Schwangerschaft - noch keine Diagnose

Beitragvon dirrtyend » 27.09.2021 21:53

Hallo Paloma,
Ich bin so unglaublich selten hier aktiv aber bei dem Beitrag musste ich mich einloggen.
Wenn ich dir meine persönliche Meinung sagen darf, ein Schwangerschaftsabbruch käme für mich nie in frage.
Ich denke auch nicht das du einen hodgkin hast.
Eigentlich schmerzen die geschwollen Lymphknoten beim hodgkin nicht. ( natürlich gibt es Ausnahmen aber wirklich unglaublich selten)
Dein Arzt sollte wirklich an einem sensibilitätstraining teilnehmen, ist ja echt unglaublich. Ich wünsche dir eine schöne Schwangerschaft und eine baldige Genesung ( lymphknoten schwollen bei jedem Kleinkram an , es muss nicht immer was böses sein)
Lg
Mein Hodgkin: :nono:
(nodulär sklerosierender subtyp)
links-cervikaler befall,
mediastinaler&ossärrer Befall
*ossäre infiltration durch einen Klassischen
MH vom Mischtyp.
*Therapie 2008:*
8xbeacopp.eskaliert da Stadium 4a. :mrgreen:


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