Philipp Mickenbecker

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IpanemaKid
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Philipp Mickenbecker

Beitragvon IpanemaKid » 17.06.2021 18:57

Hallo zusammen,

über die Klatschpresse bin ich auf den Tod des Youtubers Philipp Mickenbecker (23 Jahre) aufmerksam geworden.
Er litt auch am Hodgkin Lypmphom und erlag den Folgen seines zweiten Rezidivs. Sein Hodgkin war im Brustraum angesiedelt und hatte dort auch ein großes, eitriges „Loch“ hinterlassen. Die Ärzte gaben ihm scheinbar keine Hoffnung auf Genesung.
Ich kannte ihn bis zum Bekanntwerden seines Todes nicht, bin erst durch das Stichwort Hodgkin auf ihn aufmerksam geworden.
Dieser Verlauf mit dem eitrigen Loch in der Brust und auch die Reaktion der Ärzte haben mich dazu bewogen mal hier in der Runde nachzufragen, ob jemand einen vergleichbaren Krankheitsverlauf vom Hören/Sagen oder aus eigener Erfahrung kennt?
Auch gibt es doch einiges an Immuntherapien und klinischen Trials die in seinem Fall scheinbar keinerlei Anwendung fanden.


Grüße an alle!
06/2015:Diagnose M.H. 2a
07-09/2015: 2X ABVD, HD16 Studie
09/2015: PET negativ
NU alle in Ordnung
03/2019 Rezidiv Stadium 4 mit Knochenbefall

Schmetterling
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Re: Philipp Mickenbecker

Beitragvon Schmetterling » 19.06.2021 15:19

Hallo,
Ich kannte ihn zuvor auch nicht, hab das ganze aber ähnlich wie du seitdem verfolgt.
So wie ich das verstanden hab, hat er die Therapie während des ersten rezidivs abgebrochen und konnte sich, angeblich durchs beten, heilen .
Ich sehe es also fast nicht als drittes Rezidiv.
Es steht jedem frei, seine Therapie zu beenden, finde es nur irgendwie schade, dass er von Anfang an erzählt es sei unheilbar...
Ab einem gewissen Punkt war es dann sicher unheilbar, aber nicht von Anfang an.
Aber so einen Fall hab ich bisher noch nicht gehört, bei der sich Hodgkin durch die ganze Brust frisst, aber ich finde dieser Fall zeigt welch eine Wucht dieser verdammte Krebs hat.
11/2019: ED Hodgkin Stadium 2a
6.12.19: Beginn 2x ABVD
Anschließend Bestrahlung mit 20 Gry

Mondfrau75
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Re: Philipp Mickenbecker

Beitragvon Mondfrau75 » 27.06.2021 23:00

Ich habe meine Meinung unten im Plauderforum schon mal kund getan. Er hat jegliche Behandlung abgelehnt. Das mag sein Problem sein. Wütend macht mich, dass er so vielen neu erkrankten eigentlich nur Angst mit seiner Geschichte macht.

Wenn du die Diagnose Hodgkin ganz frisch bekommst und uninformiert das Googeln anfängst um mehr über die Krankheit zu erfahren, stößt du automatisch auf ihn und sein Loch in der Brust. Das haut einem doch völlig um.

Ich habe das etwas verfolgt und mich die ganze Zeit gefragt, wo sind die Eltern dieses jungen Mannes? Es heißt, er wurde von streng christlichen Eltern erzogen, wenn man ein bisschen weiter sucht, dann findet man, dass er privat unterrichtet wurde. Ich habe mir dann noch das Beerdigungsvideo angesehen und explizit drauf geachtet mal die Eltern zu sehen. 2 Stunden Beerdigung, lauter super christliche junge Leute zu sehen. Wo sind die Eltern? Ganz am Schluß dann ne Aufnahme von seinem Bruder und einem Paar trauernd am Grab. Das mussten die Eltern sein. Er in total altbackenen Klamotten, Rauschebart (so wie die gläubigen jüdischen Männer ihn tragen), sie ebenso altbacken in unmodischen Rock und Bluse unterwegs und sie hatte so einen Nonnenschleier auf. Wenn ihr mich fragt, gehörte er irgendsoeiner komischen freichristlichen Sekte an, die jegliche Therapie ablehnt. Ich möchte nicht wissen, was diese Kirche mit dieser Show an Geld verdient hat.

Tragisch das Schicksal, wenn auch selbst verantwortlich, aber ich finde es einfach schrecklich das so zu vermarkten und nichts anderes ist das. Zumal in dem Nachruf-Video noch erzählt wird, dass auf dem kompletten Sterbensweg ein Kamerateam dabei war und demnächst ne Dokumentation da drüber raus kommen soll.

Ich bin nicht über den Verlauf des Hodgkins entsetzt, sondern über die Vermarktung des ganzen und über das, was es in Neu-Erkrankten für Schreckensbilder auslösen kann.

LG Cati
Juni 2015 Morbus Hodgkin III-IV b (leichter Nachtschweiß/Gewichtsverlust), unklarer Milzbefall,
1xBEACOPP esk.
1xBEACOPP Stufe 3
4xBEACOPP Basis
6. Okt. 15 letzte Chemo
16. Okt. 15 PET-CT -->leichtes Leuchten des Skeletts und der Milz, laut Nuklearmediziner PET zu früh gemacht das Leuchten kommt vom Lonquex - Komplett-Remission/keine Bestrahlung notwendig
Anfang Nov. 2015 Zweitmeinung, Schmerzen in der Milzgegend, ebenfalls -->alles gut, Ultrasschall --> alles gut
Jan.16 - REHA Bad Elster
bisher alle NU gut, jetzt nur noch jährlich

ando
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Registriert: 31.10.2013 14:49

Re: Philipp Mickenbecker

Beitragvon ando » 06.07.2021 18:11

Wenn man gegen den Rat der Ärzte die Therapie abbricht, wie er wirft dass definitiv Fragen auf. Hätten die Ärzte keine Sinn mehr gesehen hätten Sie ihm nicht zur Therapie geraten. Auch merkwürdig dass er sagt er sei mehrmals vom Spital abgehauen. Wenn ich da alles zusammenzähle würde ich auch sagen er hätte geheilt werden können aber er wollte einfach nicht mehr. Warum auch immer. Auch dass er die Therapie abbrach und dann der Tumor weg sei. Naja sehr merkwürdig al die Geschichten. Warum soll der weg beim abbrechen. Denke eher der Wuchs munter weiter die paar Jahre. Aber natürlich sind das nur Vermutungen und ich könnte auch falsch liegen. Jedenfals klingt mir dass alles nach freiwilligem Abbruch der nicht nötig gewesen währe und er noch geheilt hätte werden können. Aber nochmals ich will nichts unterstellen ich kann auch falsch liegen. Jedoch würde ich wenn ich jetzt MH patient währe ( Bei mir schon 8 Jahre her ) dieser Geschichte nicht al zu grosse beachtung schenken und euch auf eure riesigen Heilungs changen konzentrieren und auf die Zukunft nach der Chemo freuen.
Diagnosse: MH Stadium 3 ( betroffene Lymphis alle im Torax Bereich und von aussen nicht tastbahr)

Geplannt 6 Zyk BEACOOPP esk

1. zyk erledigt
2. zyk erledigt
Verlaufs Pet CT nichts mer zu erkennen.
3. zyk erledigt.
4. zyk erledigt
5. zyk erledigt ( leider dosisreduktion wegen schlechten Blutwerten. )
6. zyk erledigt ( dosis wie in zyk 5 )

Abschluss Pet CT Dunkel
Keine Bestrahlung
Haare wachsen langsam wieder.

Vorstellung/Verlauf Link: http://forum.hodgkin-info.de/viewtopic.php?t=6265

Lunita
Beiträge: 810
Registriert: 04.05.2010 12:48

Re: Philipp Mickenbecker

Beitragvon Lunita » 27.10.2021 21:14

Bestimmt wirft es Fragen auf. Trotzdem sollte man vielleicht besser nicht urteilen. Wir hatten hier schon ein paar Kandidaten, gerade auch unter den jüngeren, die den Hodgkin leider nicht überlebt haben, bzw. bei denen das Rezidiv sehr schlecht auf die Therapie ansprach.
MH Stadium 2B mit Risikofaktor großer mediastinaler Tumor
8xBEACOPP eskaliert, aufgrund ausgeprägter Leukopenie jedoch stetige Dosisreduktion bis BEACOPP Basis, Mai-Dezember 2010
Bestrahlung 30 Gy.


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