Alkoholschmerz, bin ich auch betroffen?

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Zensur306
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Alkoholschmerz, bin ich auch betroffen?

Beitragvon Zensur306 » 09.09.2019 16:04

Hallo,

ich (w, 33) bin neu in diesem Forum und mit der ganzen Thematik noch nicht vertraut.
Seit etwa einem halben Jahr bemerke ich Schmerzen beim Trinken von Alkohol. Hier reichen schon kleine Mengen, etwa ein halbes Radler.
Der Schmerz, ich würde ihn als stechend bezeichnen, ist immer im linken vorderen Achselbereich. Nicht so schlimm, dass ich deshalb zusammenbrechen würde aber es tut schon ordentlich weh. Nach etwa 30 Minuten ist alles wieder gut.

Ich habe mir lange nichts dabei gedacht, trinke auch nicht so oft Alkohol. Erst jetzt im Urlaub habe ich etwas recherchiert und bin auf Morbus Hodgkin gestoßen.
Die Angst ist natürlich groß, zum Arzt kann ich erst nächste Woche wenn ich wieder zuhause bin.

Allerdings fallen mir keine geschwollen Lymphknoten auf, ich hatte noch nie Probleme in dieser Hinsicht und weiß sich nicht, wie sich das anfühlt. Aber bei MH müsste ich doch etwas fühlen, oder?

Ansonsten habe ich auch keine Anzeichen.
Rückblickend könnte ich sagen, dass ich im vergangenen Jahr häufiger erkältet war was ich sonst fast nie bin.
Phasenweise war ich recht müde bin hin zum Mittagsschlaf, auch das ungewöhnlich für mich.
Aber das kann ja auch eine völlig andere Ursachen haben.


Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was für eine Antwort ich mir erhoffe. Ihr könnt mir ja auch nur raten zum Arzt zu gehen und es abklären zu lassen.
Mich lässt das Thema nicht mehr los, vielleicht wollte ich meine Sorgen nur einmal aufschreiben...?

Liebe Grüße

Zensur306
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Re: Alkoholschmerz, bin ich auch betroffen?

Beitragvon Zensur306 » 17.09.2019 08:51

Hallo,

gestern hatte ich endlich meinen Termin beim Hausarzt :D

Er gibt mir Entwarnung, weil er im Hals- und Achselbereich keine vergrößerten Lymphknoten spüren konnte. Um mir die Sorge ganz zu nehmen wird aber dennoch ein großes Blutbild gemacht.

Eine Erklärung für meine eigentlich ja recht charakteristischen Schmerzen hat er aber auch nicht.


Frage: reicht denn ein großes Blutbild aus um die Krankheit auszuschließen?
Oder müsste mir alleine die Tatsache, dass die Lymphknoten nicht geschwollen sind für mich schon Entwarnung genug sein?

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Morris
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Re: Alkoholschmerz, bin ich auch betroffen?

Beitragvon Morris » 17.09.2019 09:01

Moin,

das sind doch erst einmal gute Nachrichten! Solange es aber keine Erklärung für deine Schmerzen gibt, halte ich es für gewagt, Hodgkin auszuschließen. Auch ein Blutbild reicht da nicht unbedingt aus. Zumindest bei mir schrillen bei Alkoholschmerz und ungewöhnlicher Müdigkeit die Alarmglocken. Es muss vorerst keine weiteren Symptome geben, nicht selten schwellen die Lymphknoten erst spät an. Ich würde nach Möglichkeit ein MRT oder CT empfehlen. Wenn man allerdings nicht weiß wo, ist das auch schwierig.
Trotzdem: Bis jetzt sind zumindest keine Knoten angeschwollen, die du spüren kannst, das sind gute Nachrichten.

Viele Grüße,
Maurice
Lest gerne mehr über mich: https://www.morris-hodgkin.de/
MH nodulär-sklerosierender Typ im Stadium 4BE mit Lungenbefall. Verdachts-Diagnose am 30.09., Diagnose am 12.10.18

BEACOPP eskaliert, HD21
1. Zyklus: 17.10.18; 2. Zyklus: 07.11.18
Zwischenstaging per PET-MRT: Negativ, alles weg, nichts leuchtet! :D :daumen:
3. Zyklus: 28.11.18; 4. Zyklus: 19.12.18

Februar 2019: Reha in Bad Oexen
04.03.2019: Wiederaufnahme des Studiums

1. Nachsorge März 2019: Alles gut
2. Nachsorge Juni 2019: Alles gut

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barbatra
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Re: Alkoholschmerz, bin ich auch betroffen?

Beitragvon barbatra » 17.09.2019 16:45

Hallo und willkommen.

Ich möchte mich Maurice anschließen: dein typischer Alkoholschmerz und Müdigkeit in Kombination - das gehört schon gut nachgeschaut. Ohne dich beunruhigen zu wollen - Hodgkin ist eine seltene Krankheit - aber um sicher zu gehen.

Hat dein Hausarzt die Lymphknoten nur abgetastet oder zumindest einen Ultraschall gemacht, um die Größe festzustellen? Freihändiges Abtasten alleine genügt hier definitv nicht - abgesehen davon, dass tieferliegende Lymphknoten auch erst bei massiver Vergrößerung tastbar sind. Ein Ultraschall von Hals/Achselbereich/Bauchraum (um Veränderungen an Milz + Leber auszuschließen) und Brustkorb-Röntgen wäre hier für mich das Mindeste, besser noch CT und/oder MRT, und auch hier nicht nur Halsbereich, sondern auch Brust- und Bauchraum.

Hast du außer der Müdigkeit/Abgeschlagenheit noch andere Symptome, etwa Nachtschwitzen, (schubartiger) Juckreiz, leicht erhöhte Temperatur, irgendwelche Schmerzen / Druckgefühl, Reizhusten, oder Gewicht verloren? Aber wie gesagt , das alles kann sein, muss aber nicht. Die Lymphknoten an sich spürst du beim Hodgkin übrigens nicht, der tut nur weh, wenn vergrößerte Lymphies irgendwo draufdrücken. Das charakteristischte Symptom scheint wirklich Leistungsminderung zu sein.

Zum Blutbild: im routinemäßigen Blutbild scheint der Hodgkin nicht zwangsläufig auf - eventuell sind die Blutsenkung und auch Entzündungswerte (CRP) erhöht , aber auch das muss nicht gravierend sein. Auch Leukozyten erhöht, Lymphozyten erniedrigt würde passen. Wobei auch hier - das ist alles unspezifisch und nicht eindeutig ... und kann viele Ursachen haben. Es gibt auch Leute mit Hodgkin, bei denen das Blutbild völlig unauffällig ist. Und jede Menge entzündliche Prozesse, bei denen das Blutbild ähnlich verändert ist. Deswegen ist auch das CT so wichtig ...

Ja, und noch was: Hodgkin wächst gewöhnlich schnell. Wenn sich deine Lymphknoten im Lauf der nächsten Wochen nicht verändern/vergrößern, kannst du schon Entwarnung geben.

Also: mach dich nicht verrückt, aber schau genau nach. Ich drück dir die Daumen, dass sich alles als ganz harmlos erweist!
Viele Grüße Barbara
Hodgkin Mischtyp Stadium IIIB; Diagnose September 2018
Diabetes II schon seit etlichen Jahren

6x BEACOPP eskaliert, davon:
Zyklus 1 "volle Eskalation"
Zyklus 2-4 Stufe 3
Zyklus 5 Stufe 2
Zyklus 6 Stufe 1

PET-CT Ende November 2018: mCR - große Erleichterung
PET-CT Ende Februar 2019: alles weg!
Reha März/April 2019 in St.Veit/Pongau
1. NU Mai 2019: ok
2. NU August 2019: ok - inkl. CT
Diabetes-Kontrolle August 2019: gut eingestellt

Zensur306
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Re: Alkoholschmerz, bin ich auch betroffen?

Beitragvon Zensur306 » 25.09.2019 11:32

Hallo und vielen Dank für eure Antworten.

Heute hatte ich wieder einen Termin beim Hausarzt, die Auswertung vom großen Blutbild gab keinerlei Auffälligkeiten.

Allerdings hat er dieses mal einen geschwollenen Lymphknoten entdeckt, aber nur einen - ca. 3cm - oberhalb vom rechten Schlüsselbein.
Meine Schmerzen beim Alkohol trinken treten aber in der linken Achselregion auf.

Also habe ich nun den Alkoholschmerz und einen 3cm Lymphknoten, der natürlich auch aus irgendwelchen anderen Gründen geschwollen sein kann.

Sonst wirklich nichts. Großes Blutbild ohne jeglichen Befund, Milz laut Ultraschall völlig in Ordnung. 
Keine weiteren Symptome wie Nachtschweiß, Juckreiz, Fieber, Gewichtsverlust.


Jetzt soll ich den Lymphknoten bzw. alle Lymphregionen beobachten und habe in 3 Wochen wieder einen Kontrolltermin.
Mein Arzt meinte wenn ich möchte könnte man den Knoten auch entnehmen, sieht dazu allerdings aktuell keine Veranlassung, gibt im Allgemeinen eigentlich Entwarnung durch die fehlenden Symptome und weil der Alkoholschmerz seit März / April schon besteht. 
Bei Hodgkin müsste ich nach so einem langen Zeitraum schon viel deutliche Anzeichen haben und deutlich geschwollene - mehrere - Lymphkonten.

Gebt ihr ihm Recht? Es klingt recht schlüssig :think2:

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barbatra
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Re: Alkoholschmerz, bin ich auch betroffen?

Beitragvon barbatra » 28.09.2019 14:54

Hi,
hab deinen beitrag jetzt gelesen - und erste reaktion: upps??? klingt für mich nicht eindeutig ... versuche also einmal zu sortieren:

- alkoholschmerz ist an und für sich, so wie du ihn beschreibst (schnell, "scharf" und schnell wieder vorbei) das typische symptom für hodgkin schlechthin - gibt/gab es hier veränderungen in der symptomatik (mehr, weniger, öfter, seltener, ...)
- 3cm sind für einen lymphknoten auch schon deutlich vergrößert (noch einmal die frage: wie hat dein arzt diese größe festgestellt / gemessen? ultraschall, CT, MR, ..?) seit wann ist dieser lymphknoten vergrößert? war der bei deinem ersten arztbesuch anfang september auch schon auffällig (und 3cm hätte der arzt schon ertasten können müssen!)

- aber es stimmt schon, dass du im fall von hodgkin seit märz *eigentlich* deutlichere symptome haben könntest
- und 3 wochen beobachtung sind kein allzulanger zeitraum, wenn du sonst symptomfrei bist ... mit welcher methode sollen die veränderungen festgestellt werden? auf der anderen seite: lymphknoten im bauchraum und brustinneren kannst du selber gar nicht spüren/tasten

mir fehlt das wissen, ob es auch bei langsam wachsenden non-hodgkin-lymphomen alkoholschmerz geben kann?

gefühlsmäßig würde ich, wenn ich an deiner stelle wäre, eine zweite meinung durch kompetente onkologen einholen. mich irritiert etwas, dass bei deinem ersten arztbesuch anfang september keine auffälligen lymphies zu finden waren und jetzt auf einmal 3cm da sein sollen ... das wäre ja meiner ansicht nach doch schon eine deutliche veränderung - wozu also weiter beobachten? oder hat der arzt bei der ersten untersuchung dort nicht geschaut/getastet/ ...???
eine lymphknoten-entnahme ist zwar alles andere als angenehm, aber eigentlich keine große operation und letztlich die methode, die alle zweifel beseitigt. ob sie in deinem fall nötig ist ... keine ahnung.

alles gute, hat uns auf dem laufenden!
Hodgkin Mischtyp Stadium IIIB; Diagnose September 2018
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6x BEACOPP eskaliert, davon:
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Zyklus 2-4 Stufe 3
Zyklus 5 Stufe 2
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PET-CT Ende November 2018: mCR - große Erleichterung
PET-CT Ende Februar 2019: alles weg!
Reha März/April 2019 in St.Veit/Pongau
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2. NU August 2019: ok - inkl. CT
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