Psychische Folgen nach Heilung

Forum für alles, was in irgendeiner Weise mit Morbus Hodgkin zu tun hat. Dieses Forum soll in erster Linie aktuell Betroffenen helfen.

Für alles andere steht das "Plauder Forum" bereit.
nymeria
Beiträge: 105
Registriert: 17.05.2017 14:29

Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon nymeria » 01.11.2017 21:44

Hallo
Ich bin komisch. Ich verstehe mich selbst nicht, ich wollte hier mal nachfragen, ob das was bei mir los ist, üblich sein kann.

Ich hatte den Hodgkin letzten Frühling besiegt. Erstmal gefreut, es wird wieder besser. Erster Nachuntersuch hat wieder was angezeigt. einen monat wait and watch, habe quasi durchgearbeitet, dann PET CT wiederholt Entwarnung.

Jetzt, wo ich mich riesig freuen sollte bin ich resigniert. Ich hatte am Dienstag bei der Arbeit einen Nervenzusammenbruch. Etwa 4 Stunden geheult - während meiner Krebszeit kam das selten vor und sicher nicht so unkontrolliert.

Ich fühle mich so dumm, wieso? und ich sage jetzt das, was ihr völlig hinrissig finden werden und zumindest diejenigen die in behandlung fühlen sich vielleicht verarscht. Ich meine es nicht so. Ich verstehe es selbst nicht. aber ich wäre lieber wieder krank und könnte die kontrolle abgeben.
Okt. 2016
MH Stadium 2a mit Risikofaktoren, Studiengruppe HD17

Nov 2016:
Hormontherapie, Eizellengewinnung
Spritze künstliche Wechseljahre

Dez. - März
Chemo 2x BEACOPP esk., 2x ABVD

April 2017
PET unklar
Bestrahlung obwohl im experimentellen Studienarm

Mai 2017:
Bestrahlung 30 grey
kleinere Bestrahlungsfelder als "normal", da im experimentellen Studienarm

6. Juli 2017Monatzyklus wieder eingesetzt :0010:

28. August 2017
NU PET CT , Verdacht auf Rezidiv
6. Oktober 2017
PET CT Wiederholung, alles gut :D
13. Dezember 2017
NU alles i. O.

Benutzeravatar
tobi33
Beiträge: 835
Registriert: 23.07.2009 13:01
Wohnort: Bayern

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon tobi33 » 02.11.2017 01:46

Du hast möglicherweise Störungen im Hormonstoffwechsel - quasi eine hormonelle Dysbalance. So was wie das PMS. Dein Körper spinnt mit Serotonin und Noradrenalin rum. Die direkte Auswirkung: Depression
Vlt. hat Dir die Krankheit Struktur gegeben. Ein Ziel, eine Aufgabe, einen Plan. Und jetzt, wo "alles vorbei ist", musst Du (wieder) völlig selbstständig den Kurs festlegen. Das überfordert Dich.
Konzentrier Dich darauf, Deinen Körper wieder sauber zu bekommen, Deine Organe zu entgiften. Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, genügend Entspannung .... Und gib Dir bitte Zeit, das Ganze gesittet zu verarbeiten. Nur weil im PET/CT nichts leuchtet, bedeutet es nicht, dass Dein Körper über alle Folgen der Therapie hinweg ist. :nono:

Und Kopf hoch, es wird wieder. Und viel an die frische Luft hilft bei sowas auch immer.
Alles wird gut.
T.
IVb: 8xB bis 12.2009, NU 06.2010 ok, Lungen-OP 12.2010, aboutme

LouisMama
Beiträge: 8
Registriert: 26.10.2017 11:18

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon LouisMama » 02.11.2017 09:09

Hallo,

ich habe auch in größeren Abständen solche Heulattacken und danach geht's mir wieder länger gut. Sie kommen sporadisch und dauern manchmal auch ein paar Stunden an. Ich heule mich dann auch wirklich komplett aus und keiner kann mir in diesen Momenten wirklich helfen. Meine Leute kennen das schon :shock: 8)

Man kann nicht immer stark, positiv und optimistisch sein. Wenn der aufgestaute Kummer sich auf diese Weise aus dem Körper schleicht, sei froh. Irgendwo muss er ja hin. Wichtig ist, dass es kein Dauerzustand wird und Du auf deinen Körper hörst. Die positiven Gedanken müssen überwiegen.
Tun sie das nicht, sollte man sich Hilfe suchen. Es kann auch körperliche Ursachen haben, wo Arzt oder Psychologe helfen kann.

Muss ich heulen, gebe ich mir danach etwas Ruhe , dann wieder positive Momente ( bei mir hilft z.B. Musik, gutes Essen o.ä.) und dann geht's wieder weiter...Tschacka...

Mondfrau75
Beiträge: 186
Registriert: 30.03.2016 10:49

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon Mondfrau75 » 02.11.2017 10:46

Auch mich überkommen immer wieder solche Phasen. Stundenlang heulen musste ich bisher zwar noch nicht, aber immer mal wieder ne halbe Stunde, das kommt schon vor. Vor ziemlich genau nem Jahr gings mir über ein paar Wochen psychisch richtig schlecht. Ich hatte nen Dauerhusten, keinen hats interessiert, ich wusste auf mich kommt viel zu, privat wie beruflich, ich darf nicht ausfallen. Und das hat mich richtig runter gerissen. Ich war kurz davor mir professionelle Hilfe zu holen. Und irgenwie wurde es dann schlagartig wieder besser.

Über den Sommer heuer ging es mir so gut wie lange nicht mehr.

Gestern Abend saß ich dann mal wieder ne halbe Stunde rum und hab geheult wie ein Schloßhund, einfach weil mich ne Angst überkam, dass der ganze Mist wiederkommt. Das kam wie aus dem Nichts. Heute gehts wieder. Am 16. November hab ich meine nächste NU, bis dahin werde ich vermutlich nicht ganz so fröhlich durch die Gegend springen. Da baut sich jetzt so ne innere Unruhe auf, die dann hoffentlich mit der Untersuchung wieder abflaut. Und dann hoffe ich mal, dass wieder alles gut ist.

Lass dich mal :troest: Ich denke, das ist total normal, nachdem was wir alles durch haben.
Und du bist nicht verrückt.

LG
Cati
Juni 2015 Morbus Hodgkin III-IV b (leichter Nachtschweiß/Gewichtsverlust), unklarer Milzbefall,
1xBEACOPP esk.
1xBEACOPP Stufe 3
4xBEACOPP Basis
6. Okt. 15 letzte Chemo
16. Okt. 15 PET-CT -->leichtes Leuchten des Skeletts und der Milz, laut Nuklearmediziner PET zu früh gemacht das Leuchten kommt vom Lonquex - Komplett-Remission/keine Bestrahlung notwendig
Anfang Nov. 2015 Zweitmeinung, Schmerzen in der Milzgegend, ebenfalls -->alles gut, Ultrasschall --> alles gut
Jan.16 - REHA Bad Elster
NU 1 bis 11 alle gut
nächste NU --> September 2019

nymeria
Beiträge: 105
Registriert: 17.05.2017 14:29

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon nymeria » 02.11.2017 11:21

tobi33 hat geschrieben:Du hast möglicherweise Störungen im Hormonstoffwechsel - quasi eine hormonelle Dysbalance. So was wie das PMS. Dein Körper spinnt mit Serotonin und Noradrenalin rum. Die direkte Auswirkung: Depression
Vlt. hat Dir die Krankheit Struktur gegeben.


Das klingt schonmal „beruhigend“, dass würde sich dann ja hoffentlich wieder einpendeln...

tobi33 hat geschrieben:Ein Ziel, eine Aufgabe, einen Plan. Und jetzt, wo "alles vorbei ist", musst Du (wieder) völlig selbstständig den Kurs festlegen. Das überfordert Dich.


Ja. Und es ist quasi die Entschuldigung oder Erklärung, dass es einem scheisse gehen kann, und jetzt kann ichs nicht mehr darauf schieben.

Hat mir jetzt auch geholfen, dass LouisMama und Mondfrau ähnliches erleben (obwohl dass ja doof ist, dass auch andere so leiden), ich fühle mich bei Leuten, die diese Geschichte nicht durchgemacht haben, einfach weniger verstanden als bei euch.

Der Auschlag war halt aber auch was auf der Arbeit passiert ist. Ich bin Seklehrerin im 2. Jahr (wobei ich mein erstes ja mit kranksein verbracht habe.) Ich war bis zu den Sommerferien krankgeschrieben und seit den Sommerferien arbeite ich wieder 100% wobei ich viel mehr gearbeitet habe... und die mir gerade zu begin noch meine MAB (Mitarbeiterbeurteilung) reingedrückt haben. Diese fand ich dann unfair, da ich gewisse Punkte, welche da bewertet werden gar nich machen konnte. ZB. Weiterbildung. Wie soll ich wenn ich krankgeschrieben bin und trotzdem noch teilzeit freiwillig zur Arbeit ging noch eine Weiterbildung machen?

Daraufhin habe ich mich gewehrt und wurde blöd angeschnauzt, dass war der Punkt wo das mit dem heulen anfing...
Okt. 2016
MH Stadium 2a mit Risikofaktoren, Studiengruppe HD17

Nov 2016:
Hormontherapie, Eizellengewinnung
Spritze künstliche Wechseljahre

Dez. - März
Chemo 2x BEACOPP esk., 2x ABVD

April 2017
PET unklar
Bestrahlung obwohl im experimentellen Studienarm

Mai 2017:
Bestrahlung 30 grey
kleinere Bestrahlungsfelder als "normal", da im experimentellen Studienarm

6. Juli 2017Monatzyklus wieder eingesetzt :0010:

28. August 2017
NU PET CT , Verdacht auf Rezidiv
6. Oktober 2017
PET CT Wiederholung, alles gut :D
13. Dezember 2017
NU alles i. O.

LouisMama
Beiträge: 8
Registriert: 26.10.2017 11:18

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon LouisMama » 02.11.2017 12:34

Hallo,
kein Außenstehender kann sich in diese Lagen reinversetzen und selbst wenn sie versuchen , es zu verstehen, es klappt nicht. Dazu wissen sie auch zu wenig und viele wollen es gar nicht. Die sehen nur den Teil, der sie betrifft und sagen deshalb oft etwas Verkehrtes. Ich habe zwar keinen Krebs aber musste mit meinem schwer behinderten Sohn sehr früh erkennen, dass ich mir nur selber helfen kann und mir ein dickes Elefantenfell anschaffen muss. Je nach dem, wie sie Behinderten gegenüber stehen, machen viele mehr oder weniger angemessene Sprüche oder gucken mitleidig. Vieles passiert auch aus Unwissenheit. Ich nehme das nicht mehr übel und schon gar nicht persönlich.
Dann weißt Du auch, wie sie uns oft im Krankenhaus ansehen, wenn ich jetzt noch um besondere Behandlungen gegen den Krebs kämpfe oder mich über alles informieren lasse. Vielen kannst Du direkt im Gesicht ablesen: Akzeptieren Sie doch einfach sein Schicksal.....und sind froh, wenn Du die Tür hinter Dir schließt. Das ist sehr anstrengend. Umso mehr freut man sich, wenn man an Menschen gerät, die einen so behandeln, wie jeden andern Menschen auch und einem mit Ihrer Art und Weise zum Lachen bringen und damit Mut machen.

Ich weiß nicht, ob viele mit dem Thema Krebs nicht genauso umgehen. Wer will schon über Schattenseiten nachdenken, wenn man nicht muss.

Du machst das alles super, gehst arbeiten, weil Du wieder kannst und die Arbeit lenkt Dich ab und gibt Dir etwas Alltag zurück. Lass Dich nicht stressen und zweifele nie an Dir. Die Leute meinen es nicht so und mit Lob und Anerkennung haben es viele auch nicht so. Also Krone geraderücken und weiter machen. Jeden Morgen geht die Sonne wieder auf und man bekommt die Chance einen schönen Tag zu haben. Da sollte man sich von so etwas nicht runter reißen lassen. Du weißt, was Du durch hast und leistest und trotzdem verlangt diese Gesellschaft Dir alles ab und geht von 100% Leistungsfähigkeit aus.
Wichtig ist, dass man mit sich selber im Reinen ist, weiß man sich zutrauen kann und wenn es zu viel wird auch ab und zu die Reißleine zieht und wenn die Tränen kommen - lass laufen - irgendwann ist der Topf leer :wink2:
Ganz viel Kraft und liebe Grüße schickt Louis Mama

Mondfrau75
Beiträge: 186
Registriert: 30.03.2016 10:49

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon Mondfrau75 » 02.11.2017 14:57

Vor drei Wochen saß ich heulend vor meiner Spülmaschine.

In der Arbeit viel los, Grundsatzdiskusion mit der Teenager-Tochter hinter mir, ne bockende 8-jährige, die es partout nicht eingesehen hat, dass das 1x1 sinnvoll wäre zu lernen. Tausend kleine Dinge, die noch erledigt werden mussten, der Mann 200km weit weg auf Schule, nachts nicht vernünftig geschlafen, weil ich mal wieder über meine Krankheit nachgedacht habe und dann lief da ne Pfütze unter der Spülmaschine vor. Die also auch gar kaputt. An sich irgendwie alles kein Thema, ist halt der normale Alltagswahnsinn. Aber da war es schlichtweg zu viel. Diese Pfütze hat mich komplett aus der Bahn geworfen und ich habe erstmal geheult.

Und auch das heute Nacht war wieder so aus dem nichts raus. Der Tag war sogar relativ entspannt. Aber mir wurde bewusst, dass ich in 2 Wochen Kontrolle hab und dann hab ich mal wieder den ganzen Tag in mich hineingehört, bis ich abends ein Ziehen in der Milzgegend spürte, wie damals. Und dann bekam ich Angst. Heute zieht da nix mehr. Hatte auch noch keine Zeit in mich rein zu horchen, will ich eigentlich auch nicht. Und ich muss jetzt die nächsten 14 Tage aufpassen, dass ich nicht zu viel in jedes Zipperlein hinein interpretiere. Und wenn dann alles wieder kontrolliert ist und alles gut ist, dann wirds auch mit der Psyche wieder besser.

Und dann kommt die Weihnachtszeit und lauter schöne Dinge und dann schaffe ichs auch, dass es mir wieder richtig gut geht.

Mir hat auch das Gespräch mit einem Betroffenen ganz viel gebracht.

LG

Cati
Juni 2015 Morbus Hodgkin III-IV b (leichter Nachtschweiß/Gewichtsverlust), unklarer Milzbefall,
1xBEACOPP esk.
1xBEACOPP Stufe 3
4xBEACOPP Basis
6. Okt. 15 letzte Chemo
16. Okt. 15 PET-CT -->leichtes Leuchten des Skeletts und der Milz, laut Nuklearmediziner PET zu früh gemacht das Leuchten kommt vom Lonquex - Komplett-Remission/keine Bestrahlung notwendig
Anfang Nov. 2015 Zweitmeinung, Schmerzen in der Milzgegend, ebenfalls -->alles gut, Ultrasschall --> alles gut
Jan.16 - REHA Bad Elster
NU 1 bis 11 alle gut
nächste NU --> September 2019

Benutzeravatar
maikom
Beiträge: 1244
Registriert: 17.08.2012 12:17
Wohnort: Deetz
Kontaktdaten:

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon maikom » 02.11.2017 16:03

tobi33 hat geschrieben:Dein Körper spinnt mit Serotonin und Noradrenalin rum. Die direkte Auswirkung: Depression


Nicht jede Depression hat die Ursache in Hormon- oder Stoffwechselsörungen....
Morbus Hodgkin, ED 07/2012, 2A ohne RF,
HD 16, 2 Zyklen ABVD und Bestrahlung 20 Gy

Wissenswertes über Morbus Hodgkin
http://www.hodgkinlymphom.de

Jules0905
Beiträge: 379
Registriert: 19.12.2016 13:05

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon Jules0905 » 03.11.2017 13:22

Hey Nymeria,

was sich auch bei mir seit der Erkrankung definitiv verändert hat ist auch das "nahe am Wasser gebaut sein". Durch die kleinste Kleinigkeit fange ich direkt an zu weinen.
Ich war schon vorher näher am Wasser gebaut, aber nicht so.
Ich hatte letztens eine Situation, da wurde ich am Telefon von jemanden angemacht, zu Unrecht wie ich fand. Und weil ich mich hinterher so darüber aufgeregt habe musste ich weinen und das an dem Tag des Öfteren, jedes Mal, wenn ich darüber nachgedacht habe. Oder als mir eine Freundin etwas nettes gesagt fing ich auch wieder an, weil ich so gerührt war.
Gut das stundenlange Weinen hatte ich ebenfalls nicht.... Aber ich denke, da ist jeder anders. Ich habe die Hoffnung, dass das irgendwann besser wird. Mal gucken wann.... Aber besser so, als wenn man alles in sich hinein frisst.
Und lass dich auf der Arbeit nicht stressen. Das ist schon wirklich richtig unfair von deinen Kollegen dir so etwas zu geben, wo sie ja wussten, was du alles hinter dir hast. Aber ich denke auch, dass sie das erst verstehen können, wenn sie mal selber in einer ähnlichen Situation sind. (was man keinem wünscht)!!!

LG
Stadium II b mit RF ED -> 6 x BEACOPP esk.
1. Zyklus: 25.10.2016 - 02.11.2016
2. Zyklus: 15.11.2016 - 22.11.2016
3. Zyklus: 06.12.2016 - 13.12.2016
4. Zyklus: 27.12.2016 - 03.01.2016
5. Zyklus: 17.01.2017 - 24.01.2017
6. Zyklus: 07.02.2017 - 14.02.2017
10.03.2017: PET-CT->erste Befundbesprechung: keine leuchtenden Krebszellen gefunden :carrot:

Begutachtung der Befunde durch die Studienzentrale in Köln->Remission :0010:
AHB in Bad Oexen

1. - 9. NU geschafft :0010: :b020: :10: :b020: :)
->alles i.O.

17.03.19 Geburt unserer Tochter :wub:

https://www.krebshilfe.de/informieren/u ... eschichte/

nymeria
Beiträge: 105
Registriert: 17.05.2017 14:29

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon nymeria » 03.11.2017 19:38

Ich war heute bei der Psychologin der Onkologie und bei meinem Hausarzt. Ich habe viel Verständnis und Kopfschütteln über das Verhalten meiner Vorgesetzten erhalten.

Unterdessen hat sich mein rumgeheule gelegt und jetzt bin ich nur noch wütend. Ich habe mir überlegt mich an den Arbeiterschutz oder sowas zu wenden. Hat jemand Erfahrung damit? Ich lebe in der Schweiz.
Okt. 2016
MH Stadium 2a mit Risikofaktoren, Studiengruppe HD17

Nov 2016:
Hormontherapie, Eizellengewinnung
Spritze künstliche Wechseljahre

Dez. - März
Chemo 2x BEACOPP esk., 2x ABVD

April 2017
PET unklar
Bestrahlung obwohl im experimentellen Studienarm

Mai 2017:
Bestrahlung 30 grey
kleinere Bestrahlungsfelder als "normal", da im experimentellen Studienarm

6. Juli 2017Monatzyklus wieder eingesetzt :0010:

28. August 2017
NU PET CT , Verdacht auf Rezidiv
6. Oktober 2017
PET CT Wiederholung, alles gut :D
13. Dezember 2017
NU alles i. O.

Jules0905
Beiträge: 379
Registriert: 19.12.2016 13:05

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon Jules0905 » 04.11.2017 10:26

Puh, also wie das in der Schweiz ist weiß ich ehrlich gesagt nicht. Gibt es bei euch eventuell auch einen Personalrat? Der ist ja für die Belange des Personals zuständig, wenn da etwas falsch läuft.
Du hast doch durch die Erkrankung bestimmt auch einen Schwerbehindertenausweis oder?
Gibt es vielleicht auch eine Schwerbehindertenbeauftragte? Und es gibt noch jemanden, aber ich weiß gerade nicht wie die Person genannt wird.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen...

LG
Stadium II b mit RF ED -> 6 x BEACOPP esk.
1. Zyklus: 25.10.2016 - 02.11.2016
2. Zyklus: 15.11.2016 - 22.11.2016
3. Zyklus: 06.12.2016 - 13.12.2016
4. Zyklus: 27.12.2016 - 03.01.2016
5. Zyklus: 17.01.2017 - 24.01.2017
6. Zyklus: 07.02.2017 - 14.02.2017
10.03.2017: PET-CT->erste Befundbesprechung: keine leuchtenden Krebszellen gefunden :carrot:

Begutachtung der Befunde durch die Studienzentrale in Köln->Remission :0010:
AHB in Bad Oexen

1. - 9. NU geschafft :0010: :b020: :10: :b020: :)
->alles i.O.

17.03.19 Geburt unserer Tochter :wub:

https://www.krebshilfe.de/informieren/u ... eschichte/

nymeria
Beiträge: 105
Registriert: 17.05.2017 14:29

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon nymeria » 04.11.2017 10:41

Jules0905 hat geschrieben:Puh, also wie das in der Schweiz ist weiß ich ehrlich gesagt nicht. Gibt es bei euch eventuell auch einen Personalrat? Der ist ja für die Belange des Personals zuständig, wenn da etwas falsch läuft.
Du hast doch durch die Erkrankung bestimmt auch einen Schwerbehindertenausweis oder?
Gibt es vielleicht auch eine Schwerbehindertenbeauftragte? Und es gibt noch jemanden, aber ich weiß gerade nicht wie die Person genannt wird.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen...

LG


Liebe Jules

Ich habe keinen Behindertenausweis oder irgendwas. Bei uns gibts auch nur in ganzganz extremen fällen ReHa. Nach meiner Behandlung ReHa zu erhalten, kann man vergessen.

Ich hätte es auch so geschafft. Hätten mir diese Leute nicht gleich eine MAB reingedrückt. Dazu kam, dass ich meinen Job trotz allem super gemacht habe und dass die mich als „normal gut“ eingestuft haben, hat mir den Rest gegeben. Meine Psychologin meinte, dass war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Es wurde nicht erkannt, was ich eigentlich geleistet habe, weil sie, ich würde mal sagen, zu ignorant waren zu erkennen, unter was für Umständen ich noch so super funktioniert hatte.

Nicht nur, dass ich nach einer schweren Erkrankung wieder voll ins Arbeitsleben eingestiegen bin, sondern gleich noch eine lebensbedrohliche Nachricht bekam (positives PET CT) und in dieser Zeit machen sie meine Mitarbeiterbeurteilung und wertschätzen meine Arbeit nicht...
Okt. 2016
MH Stadium 2a mit Risikofaktoren, Studiengruppe HD17

Nov 2016:
Hormontherapie, Eizellengewinnung
Spritze künstliche Wechseljahre

Dez. - März
Chemo 2x BEACOPP esk., 2x ABVD

April 2017
PET unklar
Bestrahlung obwohl im experimentellen Studienarm

Mai 2017:
Bestrahlung 30 grey
kleinere Bestrahlungsfelder als "normal", da im experimentellen Studienarm

6. Juli 2017Monatzyklus wieder eingesetzt :0010:

28. August 2017
NU PET CT , Verdacht auf Rezidiv
6. Oktober 2017
PET CT Wiederholung, alles gut :D
13. Dezember 2017
NU alles i. O.

Jules0905
Beiträge: 379
Registriert: 19.12.2016 13:05

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon Jules0905 » 04.11.2017 11:50

Oh ok, das ist natürlich wirklich richtig bescheiden mit dem Behindertenausweis und der Reha. Wie gesagt mit dem schweizerischen Gesundheitssystem kenne ich mich leider nicht wirklich aus....
Ja da werden sie bestimmt recht haben, wenn sie sagen, dass das der Tropfen auf dem heißen Stein war. Ich finde es auch wirklich richtig unverschämt, dass sie Dich in dieser Zeit bewertet haben, bzw. dann auch noch so. Das Du dann mit Deinen Gedanken woanders bist ist ja eigentlich auch klar. Und jeder "normale" Mensch hätte dafür auch Verständnis und würde diese Ausnahmesituation in irgendeiner Art und Weise berücksichtigen!
Also gibt es bei euch auch keinen Personalrat oder ähnliches?

LG und lass den Kopf nicht hängen!!
Stadium II b mit RF ED -> 6 x BEACOPP esk.
1. Zyklus: 25.10.2016 - 02.11.2016
2. Zyklus: 15.11.2016 - 22.11.2016
3. Zyklus: 06.12.2016 - 13.12.2016
4. Zyklus: 27.12.2016 - 03.01.2016
5. Zyklus: 17.01.2017 - 24.01.2017
6. Zyklus: 07.02.2017 - 14.02.2017
10.03.2017: PET-CT->erste Befundbesprechung: keine leuchtenden Krebszellen gefunden :carrot:

Begutachtung der Befunde durch die Studienzentrale in Köln->Remission :0010:
AHB in Bad Oexen

1. - 9. NU geschafft :0010: :b020: :10: :b020: :)
->alles i.O.

17.03.19 Geburt unserer Tochter :wub:

https://www.krebshilfe.de/informieren/u ... eschichte/

Benutzeravatar
tobi33
Beiträge: 835
Registriert: 23.07.2009 13:01
Wohnort: Bayern

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon tobi33 » 05.11.2017 13:41

maikom hat geschrieben:
tobi33 hat geschrieben:Dein Körper spinnt mit Serotonin und Noradrenalin rum. Die direkte Auswirkung: Depression


Nicht jede Depression hat die Ursache in Hormon- oder Stoffwechselsörungen....

Glaub ich aber. Zumindest mehrheitlich. Wieso gelingt es manchen Menschen, wieder aufzustehen und weiterzumachen. Selbstständig raus zu gehen ans Licht, an die frische Luft und 5 gerade sein zu lassen. Und alles kommt wieder in den Gang.
Anderen gelingt es nicht und sie sacken in sich zusammen, verzweifeln und werden antriebslos.
Das ist sicher nicht so, dass manche Menschen besser mit Problemen umgehen können als andere. Aber deren Körper können bestimmte Botenstoffe eben besser nachproduzierten als andere. Und bei anderen Menschen sollte man mit stimmungsmodulierenden Mitteln oder Antidrepressiva genau in diese Kette eingreifen und gut is. Natürlich braucht man nicht immer Pharmaprodukte, wenn es ohne geht, umso besser.
IVb: 8xB bis 12.2009, NU 06.2010 ok, Lungen-OP 12.2010, aboutme

Benutzeravatar
maikom
Beiträge: 1244
Registriert: 17.08.2012 12:17
Wohnort: Deetz
Kontaktdaten:

Re: Psychische Folgen nach Heilung

Beitragvon maikom » 06.11.2017 13:52

Also, viele Fälle und dazu zähle ich mich leider auch, leiden unter Depressionen nicht weil der irgendwelche Hormone oder Stoffwechsel gestört sind, sondern wegen beruflicher Überforderung, Stress, emotionale Schicksalsschlägen etc. und solchen Dingen.

Solche Probleme lösen auch keine Antidepressiva einfach auf...
Morbus Hodgkin, ED 07/2012, 2A ohne RF,

HD 16, 2 Zyklen ABVD und Bestrahlung 20 Gy



Wissenswertes über Morbus Hodgkin

http://www.hodgkinlymphom.de


Zurück zu „Morbus Hodgkin“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Brianenurn, Max Power und 4 Gäste