Lymphknoten weiter untersuchen?

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guping
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Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon guping » 26.01.2019 13:59

Ich habe eine Frage.
Ich bin 21 Jahr alt, männlich und habe Angst vor Lymphdrüsenkrebs.
Ich habe an meiner linken Halshälfte einen vergrößerten Lymphknoten, verschiebbar, nicht schmerzhaft. Ich war damit beim Arzt: Ärztin: Nicht sonderlich groß, aber wir machen ein großes Blutbild. -> Keine Entzündungswerte, Leukozythen leicht erhöht, leichte Schilddrüsenunterfunktion. Kein HIV, kein Verdacht auf Tumore. Ich halte ein Ultraschall nicht für nötig.

Das Blutbild ist 50 Tage her. Lymphknoten immer nooch geschwollen (ungefähr so groß wie eine Erbse, hat sich in jedem Fall nicht vergrößert, vllt verkleinert.) War vor 2 Tagen nochmal da und sie meinte sie würde mir zu keiner Ultraschalluntersuchung raten, er ist laut ihren Angaben rund 0,8 cm groß.

Jetzt habe ich aber gesehen, dass bei meinem Schlüsselbein-Knochen verschieden Knuppel sind, auf der anderen Seite spüre ich diese nicht. Sie fühlen sich sehr klein an. Sollte ich doch den Weg zum HNO Arzt suchen und einen entnehmen lassen für eine Biopsie? Oder sollte ich das weiter beobachten? Wann sollte ich zum Arzt gehen?

ClaudiaE.
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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon ClaudiaE. » 06.02.2019 19:34

Hallo,
Lymphome nehmen mit der Zeit an Größe zu ! Und wenn du dir unsicher bist hole dir eine Zweitmeinung ein. Dann bist du beruhigt.
VG
Sohn 19 Jahre

Klassisches Hodgkin Lymphom (NS) 3AS
Studienteilnahme HD 21

März - August 2017 5x Beacopp eskaliert
November 2017 Nachsorge oB.
Februar 2018 Nachsorge oB.
August 2018 Nachsorge oB.
Februar 2019 Nachsorge oB.

Sohn 22Jahre

Klassisches Hodgkin Lymphom (NS) 2A mit Risikofaktoren ( hohe BSG und mediastinaler Bulk)

August- November 2017 2x Beacopp eskaliert 2x ABVD
Dezember 2017 15x Bestrahlung Hals und Mediastinum
April 2018 erste Nachsorge ohne Befund
Juli 2018 zweite Nachsorge ohne Befund
November 2018 dritte Nachsorge ohne Befund
April 2019 vierte Nachsorge ohne Befund

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barbatra
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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon barbatra » 06.02.2019 19:44

hallo und willkommen.
nachdem beim hodgkin die blutwerte nicht unbedingt aussagekräftig sind, würde ich auch für eine zweitmeinung plädieren - noch dazu, nachdem ein ultraschall harmlos, schnell und relativ billig ist.
wenn die knoten sich doch vergrößern und/oder du an gewicht verlierst, stark schwitzt (besonders in der nacht), ungewöhnlich schlapp bist, irgendwo am körper juckreiz oder schmerzen hast, würde ich nicht zuwarten.
ansonsten - wie claudia schreibt: wenn die knoten nicht wachsen, kann es alles mögliche sein - gibt bei den lymphknoten auch jede menge harmlose sachen. genau abklären beruhigt da immer!
alles gute
barbara
Hodgkin Mischtyp Stadium IIIB; Diagnose September 2018
Diabetes II schon seit etlichen Jahren

6x BEACOPP eskaliert, davon:
Zyklus 1 "volle Eskalation"
Zyklus 2-4 Stufe 3
Zyklus 5 Stufe 2
Zyklus 6 Stufe 1

PET-CT Ende November 2018: mCR - große Erleichterung
PET-CT Ende Februar 2019: alles weg!
Reha März/April 2019 in St.Veit/Pongau
1. NU Mai 2019: ok
Diabetes-Kontrolle Mai 2019: gut eingestellt

nächste NU geplant August 2019 (samt CT)

NVMacKenzie
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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon NVMacKenzie » 06.02.2019 19:58

Grundsätzlich heißt es alles unter 10mm ist unbedenklich, bin aber kein Arzt. Wurde das Blutbild danach nochmal kontrolliert? Ich habe im Moment auch die Blutwerte leicht erhöht bei mir sind es die aber die Lymphozyten, eine Untergruppe der Leukozyten. Muss aber auch dazu sagen das ich davor Hodgkin gehabt hatte. Alleine am Blutbild kann man aber kein Hodgkin feststellen sondern wie du schon geschrieben nur anhand einer Biopsie. Das Blutbild kann bei Hodgkin sowohl unauffällig als auch extrem erhöht sein.

Hodgkin wächst auch recht schnell also, würde ich es auf jeden Fall beobachten, schwillt noch mehr an dann auf jeden Fall zum Arzt/Onkologen. Hodgkin ist sehr selten und Lymphknoten haben hunderte Gründe warum die anschwillen. Bei mir könnte es jetzt ein Rückfall sein aber auch einfach ne Infektionen und das wars.

Eine Zweite Meinung ist sicherlich nicht schlecht wie die anderen schon sagten.
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Blechmeister
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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon Blechmeister » 06.02.2019 22:09

Hi,
Grundsätzlich heißt es alles unter 10mm ist unbedenklich

Wie kommst du darauf bzw auf welche Literatur stützt du dich hierbei?

Ich selber hatte eine Miniknubbel an der Halsschlagader unter 10 mm. Man sagt nur das die Wahrscheinlichkeit bei einer Größe unter xy cm eher für eine andere Erkrankung wahrscheinlicher bzw plausibler ist als für eine bösartige Erkrankung. Aber direkt darauf schließen, dass es unbedenklich ist, ist hier definitiv falsch.

Hodgkin wächst auch recht schnell

Ich habe wirklich viel gelesen, aber mit keiner Silbe gelesen, dass dieser schnellwachsend ist. Falls du mir verraten kannst wo du diese Information gefunden hast wäre ich dir dankbar. Man(n) lernt ja nie aus. Weil soweit ich weiß, ist der Hodgkin ein langsam wachsender.

Fühl dich bitte nicht angegegriffen, würde nur gerne selber wissen was nun davon richtig ist. :blumen: :0010:

Um wieder zum Hauptgrund zurückzukommen:
Mach ein Ultraschall, das macht jeder gute Arzt sofort auf Verdacht. Ansonsten geh zum nächsten mit der ausdrücklichen Bitte eines Ultraschalls, der Niere, der Leber und aller Lymphknotenstationen (Bauch/Hals). Dann weißt du schon mehr. Und dann meldest du dich nochmal was bei rum kam. :)

LG
Patrick
Befund: MH - Nodulär-sklerosierender Typ / Stadium 3a /cervikal beidseitig - supraklavikulär beidseitig - infrakulär beidseitig - oberes & unteres Mediastinum - Leberhilus - Milz, mit RF
Anamnese: 25 Jahre (m), Blutwerte unauffällig - CRP min.erhöht, EBV-Virus positiv
Therapie: BEACOPPesk-Schema, nach: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT ... +18&rank=1
1. Zyklus: 11.07.18 2. Zyklus: 01.08.18
Zwischenstaging: PET negativ- 4 Zyklen -vgl. Arm D (HD18)
SUVmax. Mediastinum: 3.1 (DS 3) < SUVmax.Leber: 3.4, ansonsten (DS1)
3. Zyklus: 22.08.18 4. Zyklus: 11.09.18
Endstaging: 24.10.2018 -- PET-CT negativ, keine Traceraufnahme (DS 1), keine Bestrahlung
07.11.2018 -- schwerer Verkehrsunfall - offene MFK

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Oliver2507
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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon Oliver2507 » 07.02.2019 14:15

Hallo,

Da der Lymphknoten nun schon seit fast 7 Wochen besteht, er nicht schmerzhaft ist und ein unauffälligEs Blutbild kein sicheres Ausschusskriterium ist, würde ich die Sache besser weiter untersuchen lassen. Und ein Ultraschall ist hier das mindeste.

Viele Grüße
Oliver
04.05.2018: Wegen geschwollener Lymphkonten am Hals bei Hausärztin
24.05.2018: Lymphknotenentnahme und Biopsie
10.06.2018: Diagnose: Morbus Hodgkin: Stadium 3a (Mischtyp)

Teilnahme an Studie HD21: Aufnahme in BrECADD-Arm

22.06.2018: 1. Zyklus
13.07.2018: 2. Zyklus

03.08.2018: Zwischen-Staging per PET-CT: keine leuchtenden Stellen mehr auffindbar!! 4 Zyklen reichen!

03.08.2018: 3. Zyklus
24.08.2018: 4. Zyklus
18.09.2018: Abschluss-PET-CT: Alles weg!! :carrot:

05.11.2018: Wiedereinstieg ins Berufsleben

NVMacKenzie
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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon NVMacKenzie » 08.02.2019 06:48

Den Satz mit den 10mm hätte ich anders formulieren sollen, deswegen steht daneben auch ich bin kein Arzt. Mein Onkologe hat mir anfangs erzählt, dass Lymphknoten unter 10mm unbedenklich sein, außer sie sind länger als 4 Wochen ohne Grund geschwollen. Aber auch da muss es nicht gleich was bösartige sein.
Und selbstverständlich sollte der Fragesteller das auf jeden Fall beobachten und sich notfalls eine zweite Meinung einholen.

Und Hodgkin Lymphome gehören zu den Mittel bis schnellwachsenden Krebserkrankungen hat man mir im UKM erklärt. Bei mir ist der Hodgkin keinen Monat nach ABVD an allen Stellen fast 1-2cm gewachsen und das gilt bei Krebs schon als schnell. Es soll wohl auch in 1 und 2 unterschieden werden wobei einer von denen noch etwas schneller wächst. Welcher das jetzt genau ist weiß ich aber nicht.
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Oliver2507
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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon Oliver2507 » 08.02.2019 11:42

NVMacKenzie hat geschrieben:Und Hodgkin Lymphome gehören zu den Mittel bis schnellwachsenden Krebserkrankungen hat man mir im UKM erklärt.


So hatte man es mir auch erklärt: Die Hodkin-Zellen teilen sich „rasend schnell“. Das ist ja auch der Grund, weshalb sie so gut auf die Chemotherapie ansprechen.

Viele Grüße
Oliver
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13.07.2018: 2. Zyklus

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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon NVMacKenzie » 10.02.2019 17:38

Ja genau das hat man mir auch gesagt mit der Chemotherapie. Deswegen soll zum Beispiel auch der langsame Non Hodgkin schwer heilbar sein weil er so langsam wächst und die Chemotherapie nur schnell teilende Zellen zerstört.
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guping
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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon guping » 13.04.2019 11:41

Nach mehreren schweißgebadeten Nächten, vielen Tränen und Gedanken über den Tod habe ich mich nicht ganz nüchtern zu einem HNO getraut. Alles abgetastet, kurzen Ultraschall gemacht, Blutbild angeschaut -> "völlige Entwarnung, sie hören bitte auf sich Gedanken zu machen. Die sind alle nur wenige mm groß, kommen sie wieder wenn einer so groß ist wie eine Haselnuss."

Ich bin erleichtert, mein Leben ist wieder im Lot.
Danke für die Antworten, ich wünsche jedem hier viel Kraft, ein schönes Leben und vor allem eine schnelle Genesung. Niemals aufgeben! Ich bin froh, wohl nie wieder hier schreiben zu müssen (auch wenn das böse klingt.)

<3

Frisch
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Re: Lymphknoten weiter untersuchen?

Beitragvon Frisch » 13.04.2019 19:43

Gut zu lesen, dass dir das ganze erspart bleibt. :daumen:
m. 28 Jahre
Klassisches Hodgkin-Lymphom Stadium 4a - 17 cm Medistinaltumor

BEACOPP eskaliert - Therapieplan:
25.01.19: 1. Zyklus - Tag 8 ausgefallen wegen Neutropenie, dann Infektion susp. Pneumonie
07.02.19: 2. Zyklus (85% Dosis) - läuft
28.02.19: 3. Zyklus (85% Dosis) - PET positiv => 6 Zyklen
26.03.19: 4. Zyklus (85% Dosis)
16.04.19: 5. Zyklus (85% Dosis)
07.05.19: 6. Zyklus (85% Dosis)

=> PET CT am 25.6. 2019 positiv - Progress


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