Therapiefolgen

Hier kann nach Herzenslust geklönt werden. Alles, was nicht unbedingt mit Morbus Hodgkin zu tun hat, gehört hier rein.
Blechmeister
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Therapiefolgen

Beitragvon Blechmeister » 06.02.2020 13:25

Hallo Leute,

nach der Therapie ging es mir gut. Naja bis auf den Unfall danach. Die ganzen Versicherungssachen belasten mich noch immer. Es ist so viel zu tun. Und "nebenbei" studieren und Geld verdienen.

Morgens und abends stehe ich zitternd auf und geh zitternd zu Bett. Mittlerweile weiß ich nicht ob es vom Stress kommt oder ob Folgen der Chemo sind oder ob sich etwas schlimmeres anbahnt. Sport machen kann ich nicht um mich abzulenken, da der Unfall den Fuß und das Knie so ziemlich kaputt gemacht hat.

Mittlerweile ist meine Lebensqualität auf gut Deutsch im Arsch. Ich denke nur noch nach. Ängste bestimmen den täglichen Tagesablauf. Was ist wenn es wieder kommt. War es schlimm dass ich letztes Wochenende mal einen mit den Jungs heben war?

Die Ängste sind so schlimm, dass ich morgens aufstehe und mich (fast) übergebe vor Sorgen. Und dann denk ich wieder nach, dass dieser Stress eventuell wieder die Krankheit hochkommen lässt. Ein Teufelsdreieck. Ich habe immer kalte blasse Hände und je nach Sorgen nehme ich auch an Gewicht ab. -- Gewichtsabnahme = es schrillen direkt die Alarmglocken. :banghead:

Und in einem anderen Thread habe ich mal geschrieben, dass mir ab und an die Lymphknoten schmerzen. Auch das habe ich noch hin und wieder. Es macht einen bekloppt.

Ja, ich würde fast meinen aus mir wurde ein Hypochonder.

Wäre das Thema nicht so akut, würde ich es hier nicht schreiben. Ich hoffe einfach, dass jemand beruhigende Worte findet. Oder anderweitige Tips hat (außer zum Psychologen zu gehen). Ich spiele auch tatsächlich mit dem Gedanken Gras o.ä. zu konsumieren um ruhiger zu werden. Aber Gras rauchen wäre wegen dem Bleo aus der Chemo auch eine herbe dumme Idee.

Ich freue mich über jede Nachricht oder Erfahrungen wie ihr eure Psyche in den Griff bekommen habt. Früher habe ich bei Stress immer Sport getrieben - und das geht leider nicht mehr wie damals wg. Fuß/Knie. Und jetzt hab ich seit paar Wochen schmerzen unter der letzten rechten Rippe - Blutwerte waren i.O laut Hausarzt. Hatte schon Angst es ist was mit der Niere... :banghead:

Lieben Gruß
Patrick
Befund: MH - Nodulär-sklerosierender Typ / Stadium 3a /cervikal beidseitig - supraklavikulär beidseitig - infrakulär beidseitig - oberes & unteres Mediastinum - Leberhilus - Milz, mit RF
Anamnese: 25 Jahre (m), Blutwerte unauffällig - CRP min.erhöht, EBV-Virus positiv
Therapie: BEACOPPesk-Schema, nach: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT ... +18&rank=1
1. Zyklus: 11.07.18 2. Zyklus: 01.08.18
Zwischenstaging: PET negativ- 4 Zyklen -vgl. Arm D (HD18)
SUVmax. Mediastinum: 3.1 (DS 3) < SUVmax.Leber: 3.4, ansonsten (DS1)
3. Zyklus: 22.08.18 4. Zyklus: 11.09.18
Endstaging: 24.10.2018 -- PET-CT negativ, keine Traceraufnahme (DS 1), keine Bestrahlung
07.11.2018 -- schwerer Verkehrsunfall - offene MFK

ClaudiaE.
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Re: Therapiefolgen

Beitragvon ClaudiaE. » 06.02.2020 17:55

Hallo Patrick,
das hört sich ja wirklich nicht gut an . Wenn der Sport Entlastung bringt musst du dich auspowern mit deinen Möglichkeiten. Also schwimmen , mit Gewichten trainieren etc. Du musst dich ablenken und das scheinbare Unmögliche möglich machen .
Du musst einen Weg finden zufriedener zu werden und das Vergangene hinter dir zu lassen.
Ich weiß es ist immer leichter gesagt als getan , aber ich weiß nun wirklich dass es funktioniert!
Plane viele schöne Dinge und lass das Leben wieder zu.

Liebe Grüße
Claudia
Sohn 19 Jahre

Klassisches Hodgkin Lymphom (NS) 3AS
Studienteilnahme HD 21

März - August 2017 5x Beacopp eskaliert
November 2017 Nachsorge oB.
Februar 2018 Nachsorge oB.
August 2018 Nachsorge oB.
Februar 2019 Nachsorge oB.
August 2019 Nachsorge oB.
Sohn 22Jahre

Klassisches Hodgkin Lymphom (NS) 2A mit Risikofaktoren ( hohe BSG und mediastinaler Bulk)

August- November 2017 2x Beacopp eskaliert 2x ABVD
Dezember 2017 15x Bestrahlung Hals und Mediastinum
April 2018 Nachsorge o.B
Juli 2018 Nachsorge o.B
November 2018 Nachsorge o.B
April 2019 Nachsorge o.B
Oktober 2019 Nachsorge o.B.

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Re: Therapiefolgen

Beitragvon Heronimo » 06.02.2020 20:02

Hallo Patrick,
ich würde dir dringend zu einem Psychoonkologen raten, so kanns ja nicht weiter gehen.
Glaub mir mit freiem Kopf lebt es sich ganz anders .... und such dir eine Alternative zum Sport als Ablenkung.

LG
Henry
Diagnose Juni 2018: Verdacht auf anapl. SD-Karzinom mit OP (SD+Lymphom re, LK li entfernt),
nach Histo MH IIa ohne RF, nodulär sklerosierend
Juli-Sep 2018: 2 mal ABVD
Sep 2018: Kontroll MRT Hals und CT Thorax mit CR :D
Okt 2018: Bestrahlung 20 gy
Nov/Dez 2018: 3 Wochen AHB in Graal-Müritz
Fortlaufend Logopädie wegen rechtsseitiger Recurrenzparese als OP-Folge
Nachsorgen bisher alle ok :daumen:

Rachy
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Re: Therapiefolgen

Beitragvon Rachy » 07.02.2020 15:47

Hallo Patrick,

was mir ganz gut geholfen hat, als ich mir zu viele doofe Gedanken gemacht habe, war eine Gesprächsgruppe für Betroffene. Alleine, zu hören, dass es vielen ganz genauso geht wie mir und sie ähnliche Ängste und Sorgen haben, hat schon dazu geführt, dass es mir besser geht. Da habe ich dann gemerkt, dass ich nicht total übertreibe und alles falsch angehe.

Vielleicht gibt es bei dir in der Nähe ja auch eine Selbsthilfegruppe oder eine Gesprächsgruppe von der Krebshilfe oder so?

Gibt es sonst jemanden, mit dem du reden kannst?
Oder kannst du nochmal eine Reha machen? Man hat ja, glaube ich, drei Jahre lang die Möglichkeit, eine zu machen.

Liebe Grüße,
Rachy
MH Stadium 2A mit RF BSG und großer Mediastinaltumor

Oktober 2019 bis Januar 2020:
2 mal Beacopp eskaliert
2 mal ABVD
29. Januar 2020: PET/CT: Nichts leuchtet mehr! :4587: :10: :carrot:

Februar/März 2020:
Bestrahlung 30 Gy

Blechmeister
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Re: Therapiefolgen

Beitragvon Blechmeister » 08.02.2020 12:18

Hallo und danke für die Rückmeldungen!

Wenn es mit dem zittern und der Übelkeit nicht besser wird werde ich ein MRT thorax in Auftrag geben. Eine Reha kann leider in nächster Zeit nicht absolviert werden, da ich vor kurzem erst einen Job angetreten bin.. :/

Der nächste Schritt ist psychoonkologen zu konsultieren.... Ich kann einfach nicht mehr ...

Lieben Gruss
Patrick
Befund: MH - Nodulär-sklerosierender Typ / Stadium 3a /cervikal beidseitig - supraklavikulär beidseitig - infrakulär beidseitig - oberes & unteres Mediastinum - Leberhilus - Milz, mit RF
Anamnese: 25 Jahre (m), Blutwerte unauffällig - CRP min.erhöht, EBV-Virus positiv
Therapie: BEACOPPesk-Schema, nach: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT ... +18&rank=1
1. Zyklus: 11.07.18 2. Zyklus: 01.08.18
Zwischenstaging: PET negativ- 4 Zyklen -vgl. Arm D (HD18)
SUVmax. Mediastinum: 3.1 (DS 3) < SUVmax.Leber: 3.4, ansonsten (DS1)
3. Zyklus: 22.08.18 4. Zyklus: 11.09.18
Endstaging: 24.10.2018 -- PET-CT negativ, keine Traceraufnahme (DS 1), keine Bestrahlung
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Rachy
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Re: Therapiefolgen

Beitragvon Rachy » 08.02.2020 22:16

Ich wünsche dir, dass es dir schnell wieder besser geht!
Wichtig ist, glaube ich, dass du aktiv wirst und etwas unternimmst!
Und das hast du ja auch vor! Also machst du das genau richtig!

Alles Gute für die nächsten Schritte und die nächste Zeit!
MH Stadium 2A mit RF BSG und großer Mediastinaltumor

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2 mal Beacopp eskaliert
2 mal ABVD
29. Januar 2020: PET/CT: Nichts leuchtet mehr! :4587: :10: :carrot:

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Bestrahlung 30 Gy


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