Frühform nicht diagnostizierbar?

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boro24
Beiträge: 10
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Frühform nicht diagnostizierbar?

Beitragvon boro24 » 12.04.2019 06:22

Hallo liebe Gemeinde, ich bin männlich und 37 Jahre alt. Die Lymphknoten am Hals sind seit Jahren nach einer EBV Infektion vergrößert. Seit etwa zwei Monaten leide ich unter phasenweisen subfibrillären Temperaturen, jedoch nie mehr als 38,0. In letzter Zeit nicht mehr als 37,6. Gemessen rektal. Zudem häufigeres nächtliches Schwitzen mit nassen Haaren, Tendenz abnehmend. Zudem ca 2 Kg verloren ( bei 102 kg Gewicht.). Hinzu kommt seit etwa drei Wochen ein leichter Alkoholschmerz: Etwa 30min nach Alkoholkonsum fängt der linke Ellenbogen an zu brennen und teilweise auch die Schulter. das tritt eigentlich jedesmal auf, aber ich warte natürlich auch darauf.
Ich war vor einer Woche im PET, dort war jedoch alles negativ. Wie sicher ist es, dass ein PET ein Hodgkin im Anfangsstadium diagnostiziert, oder kann es übersehen werden, wo der Alkoholschmerz doch als sehr spezifisches Frühsymptom gilt?

m0erk
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Re: Frühform nicht diagnostizierbar?

Beitragvon m0erk » 16.04.2019 12:32

Hallo,

ein PET/CT erkennt in erster Linie eine erhöhte Stoffwechselaktivität im Gewebe. Krebszellen (gerade die vom Hodgkin) teilen sich im Vergleich zu normalen Körperzellen recht schnell, dass heißt, dass ihre Stoffwechselaktivität höher ist, als die von gesunden Zellen. Es gibt natürlich unter gewissen Umständen "falsch Negative" Ergebnisse im PET/CT, z.B. dann, wenn die Krankheits-Herde noch sehr klein sind oder ein unerkannter Diabetes vorliegt (konkret bei Hyperglykämie). Die Wahrscheinlichkeit von falsch Nagetiven Befunden ist aber im Vergleich zu falsch Positiven Befunden eher gering - will sagen, dass es deutlich Wahrscheinlicher ist, dass ein Tumor erkannt wird, der gar nicht existiert als dass ein Tumor nicht erkannt wird.

Im Detail:
"Falsch negative Befunde können bei sehr kleinen Tumoren, unzureichender FDG-Avidität, Bewegung, hohem Blutzuckerspiegel oder Befunden in Bezirken hoher physiologischer FDG-Anreicherung (braunes Fettgewebe, FDG in Niere, Harn oder Gehirn) auftreten."

"Falsch positive Befunde"
Physiologische
Aufnahme von FDG,
die zu falsch positiven
Befunden führen kann:
Speicheldrüsen und lymphatisches Gewebe im Kopf- und Nackenbereich
Stimmlippen
Schilddrüse
braunes Fettgewebe
Thymus, insbesondere bei Kindern
laktierende Mamma
Brustareolen
Skelett und autochtone Muskulatur (Nacken, paravertebrale Muskulatur,Hyperinsulinämie)
Gastrointestinum (Ösophagus, Magen, Darm)
harnableitender Trakt
weiblicher Genitaltrakt (Uterus während Regelblutung oder Corpus luteum Zyste).
entzündliche
Prozesse nach chirurgischem Eingriff: entzündliche Veränderung, Infektion oder Hämatom; Biopsiestelle; Amputationsregion
nach Bestrahlung (z. B. Strahlenpneumonitis)
nach Chemotherapie
lokale entzündliche Prozesse, insbesondere granulomatöse Veränderungen (z. B. Sarkoidose,
Pilzerkrankungen, oder mykobakterielle Erkrankungen)
Stoma (Tracheo-, Ileo-) und Drainageschläuche
Injektionsstellen
Thyreoiditis
Ösophagitis, Gastritis, entzündliche Darmerkrankungen
akute oder chronische Pankreatitis
akute Cholangitis oder Cholezystitis
Osteomyelitiden, kurz zurückliegende Frakturen, Gelenkprothesen
Lymphadenitis
benigne
Neoplasien Hypophysenadenom
Nebennierenadenom
Schilddrüsenadenom
Speicheldrüsentumoren (Whartin-Tumor oder pleomorphes Adenom)
adenomatöse Polypen und villöse Adenome des Kolons
Zystadenom des Ovars (Thekom)
Riesenzelltumor
aneurysmatische Knochenzyste
Leiomyom
Hyperplasien
oder
Dysplasien Morbus Basedow
Morbus Cushing
Knochenmarkshyperplasie (Anämie oder nach Chemotherapie)
Thymus-Rebound (nach Chemotherapie)
fibröse Dysplasie
Ischämie winterschlafendes Myokard
Artefakte Eine fehlerhafte Überlagerung der PET- und CT-Daten kann Schwächungskorrekturartefakte verursachen. PET-Bilder ohne Schwächungskorrektur und PET/CT Fusionsbilder können zur Identifikation solcher Artefakte herangezogen werden.
Metall (z. B. Implantate) und hochdosierte CT-Kontrastmittelkonzentrationen können durch die Verwendung herkömmlicher CT-basierter Schwächungskorrekturalgorithmen zu Bildartefakten führen, die ebenfalls eine Verfälschung der berechneten Tracerkonzentrationen bewirken können.

Quelle: https://www.nuklearmedizin.de/leistunge ... p?navId=53
03/2009 Diagnose MH IIA ohne RF (mischtyp)
bis 08/2009 Therapie 2 Zyklen ABVD - 30 Gy
seit 09/2009 komplette Remission

boro24
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Re: Frühform nicht diagnostizierbar?

Beitragvon boro24 » 17.04.2019 21:12

Naja ich wäre ja normalerweise nach einem
negativen PET beruhigt. Leider tritt der Alloholschmerz weiter auf. Es dauert nach Konsum etwa 30-45 min dann schmerzt der linke arm und später die Schulter und das über Stunden... teilweises mehr als sechs Stunden lang.... kann man sich das einbilden? Kamm der Alkoholschmerz so lange dauern, kann er auch nach der Desinfektion der Hände mit alkoholhaltigem Desinfektionsmittel auftreten?

m0erk
Beiträge: 28
Registriert: 05.04.2014 19:16

Re: Frühform nicht diagnostizierbar?

Beitragvon m0erk » 23.04.2019 09:11

also der alkoholschmerz ist glaube ich immer ein bisschen anders.. bei mir z.b. war es so, dass recht schnell nach dem ersten schluck alkohol ein stechen oder ziehen an den stellen war, wo die befallenen lymphknoten waren. das hielt dann so etwa ne stunde an (maximal) und war dann weg auch wenn ich weiter alkohol getrunken hatte.

bei einem negativen PET würde ich mir ehrlich gesagt keine sorgen machen, dass das mit einem hodgkin in zusammenhang steht.
03/2009 Diagnose MH IIA ohne RF (mischtyp)

bis 08/2009 Therapie 2 Zyklen ABVD - 30 Gy

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boro24
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Re: Frühform nicht diagnostizierbar?

Beitragvon boro24 » 15.05.2019 18:13

Ich bin's mal wieder..... so richtig schlau werde ich aus meinen Beschwerden nicht. Die immer wiederkehrenden erhöhtem Temperaturen sind nach wie vor da. Jetzt hatte ich mal fünf Tage Ruhe und heute gehts wieder los. Dazu ist ein permanenter Juckreiz am ganzen Körper gekommen, der sich eher beißend äußert und auf einer Skala von 1-10 eine 3 erreicht. Dazu häufige brennende Schmerzen in der Schulter und im Arm. Alles spricht für ein Hodgkin. Das PET war aber negativ. Niemand nimmt mich mehr ernst, ich bin ganz alleine mit meinen Ptoblemen....Was soll ich bloß tun ?

Blechmeister
Beiträge: 122
Registriert: 04.07.2018 11:26

Re: Frühform nicht diagnostizierbar?

Beitragvon Blechmeister » 16.05.2019 14:17

Hi,
wurde eine Allergie ausgeschlossen? Ansonsten würde ich einfach mal ein Tagebuch führen. Mit dem was du isst, trinkst, (auch welches Duschgel du benutzt etc.) und auch alles mit Uhrzeit aufschreiben. Vielleicht kann man dann Rückschlüsse ziehen. Und das einfach mal 2 Wochen machen und dann alles analysieren. Vielleicht hilft es. Keine Ahnung. :think2:

LG
Befund: MH - Nodulär-sklerosierender Typ / Stadium 3a /cervikal beidseitig - supraklavikulär beidseitig - infrakulär beidseitig - oberes & unteres Mediastinum - Leberhilus - Milz, mit RF
Anamnese: 25 Jahre (m), Blutwerte unauffällig - CRP min.erhöht, EBV-Virus positiv
Therapie: BEACOPPesk-Schema, nach: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT ... +18&rank=1
1. Zyklus: 11.07.18 2. Zyklus: 01.08.18
Zwischenstaging: PET negativ- 4 Zyklen -vgl. Arm D (HD18)
SUVmax. Mediastinum: 3.1 (DS 3) < SUVmax.Leber: 3.4, ansonsten (DS1)
3. Zyklus: 22.08.18 4. Zyklus: 11.09.18
Endstaging: 24.10.2018 -- PET-CT negativ, keine Traceraufnahme (DS 1), keine Bestrahlung
07.11.2018 -- schwerer Verkehrsunfall - offene MFK


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