Chemo Brain - was hilft dagegen?

Hier kann nach Herzenslust geklönt werden. Alles, was nicht unbedingt mit Morbus Hodgkin zu tun hat, gehört hier rein.
Blechmeister
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Chemo Brain - was hilft dagegen?

Beitragvon Blechmeister » 05.08.2019 20:23

Hallo Leute,

Ich habe grosse Schwierigkeiten mir Sachen zu merken bzw bin oft sehr unkonzentriert. Die Bücher aus dem Studium fallen mir sehr schwer zu lesen. Ich lese etwa drei Sätze und habe dann wieder den ersten satz vergessen. Ich habe das Gefühl ich lese alles doppelt und dreifach bis es im Hirn hängen geblieben ist. :banghead:

Vor der Chemotherapie war das nicht der Fall. Selbst bei dem Merken von kurzen Telefonnummern sind Schwierigkeiten vorhanden. Von komplexen Zusammenhängen oder Berechnungen ganz zu schweigen. Auch habe ich das Gefühl, dass meine Sprache einfacher und dümmer geworden ist. Bzw ganz schlimm wird es bei spielen wie Tabu etc. Da Krieg ich manchmal keinen vernünftigen Satz aus mir raus...

Was habt ihr gemacht zum bessern der kognitiven Fähigkeiten? Habt ihr Erfahrungen mit Apps oder ähnlichem die ihr mir empfehlen könnt?

Danke und Lieben Gruss
Patrick
Befund: MH - Nodulär-sklerosierender Typ / Stadium 3a /cervikal beidseitig - supraklavikulär beidseitig - infrakulär beidseitig - oberes & unteres Mediastinum - Leberhilus - Milz, mit RF
Anamnese: 25 Jahre (m), Blutwerte unauffällig - CRP min.erhöht, EBV-Virus positiv
Therapie: BEACOPPesk-Schema, nach: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT ... +18&rank=1
1. Zyklus: 11.07.18 2. Zyklus: 01.08.18
Zwischenstaging: PET negativ- 4 Zyklen -vgl. Arm D (HD18)
SUVmax. Mediastinum: 3.1 (DS 3) < SUVmax.Leber: 3.4, ansonsten (DS1)
3. Zyklus: 22.08.18 4. Zyklus: 11.09.18
Endstaging: 24.10.2018 -- PET-CT negativ, keine Traceraufnahme (DS 1), keine Bestrahlung
07.11.2018 -- schwerer Verkehrsunfall - offene MFK

Jules0905
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Re: Chemo Brain - was hilft dagegen?

Beitragvon Jules0905 » 08.08.2019 14:37

Hey Patrick,

oh ja, das was du beschreibst kenne ich nur zu gut. Ich kann dir nur sagen, dass es mit der Zeit besser wird. Meine Onkologin hat mir damals auch gesagt, dass es nie wieder 100 '% wird :| . Also in der Reha habe ich Gedächtnistraining gemacht. Das hat mir auch definitiv geholfen. Ich denke, dass sich auch das Gehirn erst einmal wieder erholen muss... Auch ich merke oft, dass ich unkonzentriert bin und einem Gespräch manchmal nicht richtig folgen kann, weil die Gedanken abschweifen...

LG
Julia

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barbatra
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Re: Chemo Brain - was hilft dagegen?

Beitragvon barbatra » 10.08.2019 12:51

Hallo Patrick, hallo Julia ,

oh ja, kommt mir auch bekannt vor. Sowohl Fachbücher lesen als auch Vokabel lernen, intensiven Gesprächen folgen .... ich merke derzeit oft, dass ich Sachen mehrmals sage - und auch viel vergesse, was ich mit meiner Familie ausgemacht oder besprochen habe - nervt mich sehr. Wortfindungsprobleme - ich verwende relativ häufig einfach ein anderes Wort als das Gesuchte. Family korrigiert dann .... Längere Autofahrten (mehr als eine gute Stunde) sind konzentrationsmäßig auch nicht drin, da brauch ich Pausen. Und wenn ich versuche, etwas zu arbeiten (musste z.B. für meine Versicherung jetzt eine Zwischenbilanz in meiner Buchhaltung machen), geht wenig weiter bzw. bin ich unproduktiv und brauche deutlich länger als früher.
Was mir noch auffällt: Schlafmangel / Stress verstärkt das Ganze viel mehr als früher, und auch wenn ich mich einmal übernommen habe, geht in den nächsten 2-3 Tagen nur wenig.
Was ich mache: Viele Rätsel - Sudoku, Wortspiele, Binär-Sudoku, Solitär, .... daneben im Internet immer wieder Türkisch-Kurs (auf Babbel.com) und schon auch immer wieder versuchen, Fachbücher zu lesen (hier ist Energie / Motivation auch das Problem). Versuchen, mir die Einkaufsliste etc. möglichst auswendig zu merken. Tagebuch schreiben, auf dass ich mich an möglichst viel erinnere. Zweimal pro Woche Reiten gehen - das fordert eine andere Art von Konzentration, danach bin ich jedes Mal erschöpft. Möglichst täglich Bewegung. Schach spielen (hab ich früher einmal gemacht) wollte ich wieder auffrischen, schaff es derzeit aber nicht.
Aktivitäten viel mehr planen als früher, bin weniger spontan geworden. Schauen, dass genug Pausen dabei sind; nicht mehr als 1-2 Sachen pro Tag vornehmen, dann klappt es halbwegs. Und hoffen, dass sich dieser Aspekt bessert, bevor ich wieder in die Arbeit einsteigen muss ...
Hodgkin Mischtyp Stadium IIIB; Diagnose September 2018
Diabetes II schon seit etlichen Jahren

6x BEACOPP eskaliert, davon:
Zyklus 1 "volle Eskalation"
Zyklus 2-4 Stufe 3
Zyklus 5 Stufe 2
Zyklus 6 Stufe 1

PET-CT Ende November 2018: mCR - große Erleichterung
PET-CT Ende Februar 2019: alles weg!
Reha März/April 2019 in St.Veit/Pongau
1. NU Mai 2019: ok
2. NU August 2019: ok - inkl. CT
Diabetes-Kontrolle August 2019: gut eingestellt

Blechmeister
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Re: Chemo Brain - was hilft dagegen?

Beitragvon Blechmeister » 13.08.2019 17:20

Hallo ihr Lieben,

ja, dass mit dem Auto fahren war bei mir auch über längere Zeit anstrengend. Vor allem Nachts war es eine Zeit lang ganz schlimm Auto zu fahren. :banghead:
Naja, wenn es keine wirklichen Tips dafür gibt warte ich einfach mal ab und hoffe das es besser wird. Schach spiele ich sowieso gerne und habe mir jetzt ersteinmal eine App dafür runtergeladen. 8)

LG
Patrick
Befund: MH - Nodulär-sklerosierender Typ / Stadium 3a /cervikal beidseitig - supraklavikulär beidseitig - infrakulär beidseitig - oberes & unteres Mediastinum - Leberhilus - Milz, mit RF
Anamnese: 25 Jahre (m), Blutwerte unauffällig - CRP min.erhöht, EBV-Virus positiv
Therapie: BEACOPPesk-Schema, nach: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT ... +18&rank=1
1. Zyklus: 11.07.18 2. Zyklus: 01.08.18
Zwischenstaging: PET negativ- 4 Zyklen -vgl. Arm D (HD18)
SUVmax. Mediastinum: 3.1 (DS 3) < SUVmax.Leber: 3.4, ansonsten (DS1)
3. Zyklus: 22.08.18 4. Zyklus: 11.09.18
Endstaging: 24.10.2018 -- PET-CT negativ, keine Traceraufnahme (DS 1), keine Bestrahlung
07.11.2018 -- schwerer Verkehrsunfall - offene MFK


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